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Aktuelle Nachrichten 30. August 2026

Meteotsunami bei La Manga: Warum sich das Meer plötzlich zurückzog

Von Redaktion Spanienleben.de

Bei La Manga wich die Wasserlinie am 28. August örtlich bis zu sieben Meter zurück. Ein Meeresforscher erklärt das Phänomen mit raschen Luftdruckänderungen.

Weit zurückgewichene Wasserlinie an der Küste von La Manga

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Weit zurückgewichene Wasserlinie an der Küste von La Manga

Inhaltsverzeichnis
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An der Mittelmeerküste von La Manga hat sich das Wasser am Freitag, 28. August 2026, innerhalb kurzer Zeit um mehrere Meter zurückgezogen. Im Süden der Landzunge wurden etwa drei bis fünf Meter gemeldet, weiter nördlich im Gemeindegebiet von San Javier örtlich bis zu sieben Meter.

Der ungewöhnliche Anblick sorgte bei Badegästen für Verunsicherung. Nach Einschätzung eines Meeresforschers der Polytechnischen Universität Cartagena handelte es sich um einen Meteotsunami – eine durch schnelle Änderungen des Luftdrucks ausgelöste Schwankung des Meeresspiegels. Hinweise auf ein Erdbeben oder einen klassischen Tsunami gab es nicht.

Wasserlinie wich ungewöhnlich weit zurück

Betroffen war die Mittelmeerseite von La Manga. Augenzeugen beobachteten, wie die Wasserlinie innerhalb kurzer Zeit deutlich seewärts wanderte. Im Süden wurden drei bis fünf Meter genannt, im Norden bei San Javier örtlich bis zu sieben Meter.

Die Behörden reagierten vorsorglich. An den Mittelmeerstränden im Zuständigkeitsbereich von Cartagena wurde zunächst die rote Flagge gehisst. Nachdem keine besondere Gefahrenlage festgestellt worden war, wechselte die Warnstufe gegen 12:30 Uhr auf Gelb. Baden war damit wieder erlaubt, allerdings nur mit erhöhter Vorsicht.

Der regionale Notruf 112 teilte mit, dass keine Erdbebenaktivität und keine Tsunamiwarnung vorlagen. Ein besonderer Katastrophenschutzplan musste nicht aktiviert werden.

Was ist ein Meteotsunami?

Ein Meteotsunami ähnelt in seiner sichtbaren Wirkung einer kleinen Flutwelle, wird aber nicht durch ein Seebeben ausgelöst. Ursache sind schnelle Veränderungen des Luftdrucks, häufig in Verbindung mit Gewittern, Fronten oder starken Windwechseln.

Der Meeresforscher Francisco López Castejón von der Polytechnischen Universität Cartagena erklärte den Vorgang anschaulich: Wenn sich das Gewicht der Luft über einer Wasserfläche rasch verändert, kann der Wasserspiegel reagieren. Die dadurch ausgelöste Welle kann sich in Küstenbuchten oder schmalen Meeresarmen verstärken.

An der Costa Cálida sind kleinere Schwankungen des Wasserspiegels nicht völlig unbekannt. Im Mar Menor wird ein verwandtes Phänomen regional auch als "secas" bezeichnet. Das Ereignis an der offenen Mittelmeerseite von La Manga fiel jedoch durch die gut sichtbare Verlagerung der Wasserlinie auf.

Kein klassischer Tsunami und keine Riesenwelle

Der Begriff "Tsunami" kann leicht den Eindruck einer großen, zerstörerischen Welle erwecken. Dafür gab es bei La Manga keine Hinweise. Das Ereignis war meteorologisch bedingt und nach Einschätzung des Experten nicht mit einem erdbebenbedingten Tsunami vergleichbar.

Trotzdem ist Vorsicht notwendig. Wenn das zuvor verdrängte Wasser zurückkehrt, können zeitweise stärkere Strömungen entstehen. Besonders Kinder, unsichere Schwimmer und Personen auf Luftmatratzen oder kleinen Wassersportgeräten können dadurch überrascht werden.

Wer ein ungewöhnlich starkes Zurückweichen des Meeres beobachtet, sollte deshalb nicht auf den freigelegten Meeresboden hinauslaufen. Sinnvoll ist es, Abstand zur Wasserlinie zu halten und auf Hinweise der Rettungsschwimmer zu achten.

Was Badegäste jetzt beachten sollten

Die am Freitag beobachtete Schwankung war vorübergehend. Für Badegäste gelten dennoch die üblichen Sicherheitsregeln:

  • Bei roter Flagge darf nicht gebadet werden.
  • Gelb bedeutet erhöhte Vorsicht und mögliche Strömungen.
  • Kinder sollten besonders eng beaufsichtigt werden.
  • Bei plötzlich zurückkehrendem Wasser sollte man sich von Buhnen, Felsen und engen Durchlässen fernhalten.
  • Lokale Hinweise haben Vorrang, weil die Bedingungen an benachbarten Stränden unterschiedlich sein können.

Für Bootsfahrer ist es wichtig, Veränderungen von Strömung und Wasserstand im Hafenbereich zu berücksichtigen. Auch SUP-Fahrer und Kajakfahrer sollten bei auffälligen Schwankungen zunächst an Land bleiben.

Bedeutung für Urlauber und Residenten

La Manga und das Mar Menor gehören zu den wichtigsten Urlaubsgebieten der Costa Cálida. Das Ereignis zeigt, dass auch ohne Sturm direkt am Strand kurzfristig ungewöhnliche Meeresbewegungen auftreten können.

Für deutschsprachige Residenten und Besucher ist vor allem die richtige Einordnung wichtig: Es bestand keine bestätigte Tsunamigefahr durch ein Erdbeben. Zugleich war die vorsorgliche Beflaggung der Strände berechtigt, weil die Rückströmung lokal problematisch werden kann.

Fazit

Das mehrere Meter weite Zurückweichen des Meeres bei La Manga war nach Einschätzung eines Meeresforschers ein Meteotsunami. Schnelle Luftdruckänderungen brachten den Wasserspiegel kurzfristig aus dem Gleichgewicht.

Eine außergewöhnliche Katastrophenlage bestand nicht. Wer ein solches Phänomen beobachtet, sollte es dennoch ernst nehmen, Abstand halten und erst wieder ins Wasser gehen, wenn Rettungskräfte und Flaggen dies zulassen.

Quelle

Cadena SER Murcia, Cadena SER Cartagena, Cartagena Actualidad – „Experteneinordnung zum Meteotsunami bei La Manga“

https://cadenaser.com/murcia/2026/08/29/

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 30. August 2026

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