Mehr Touristen, weniger Umsatz: Mallorcas Handel verliert bis zu 15 Prozent
Mallorcas Einzelhändler profitieren kaum von den hohen Besucherzahlen. Besonders Souvenirgeschäfte und Juweliere spüren die veränderten Urlaubsbudgets.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Auf Mallorca kommen im August 2026 mehr Touristen an als je zuvor. Zugleich bleiben die Kassen vieler lokaler Geschäfte deutlich leerer als im vergangenen Sommer.
Nach Angaben des Einzelhandelsverbands AFEDECO liegen die Verkäufe vieler Betriebe um 10 bis 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das steht im Gegensatz zu den gesamten touristischen Ausgaben auf den Balearen, die um 4,9 Prozent gestiegen sind.
Der Verband sieht darin einen Wandel des Urlaubsverhaltens. Hohe Besucherzahlen führen demnach nicht mehr automatisch zu höheren Einnahmen in allen Teilen der Inselwirtschaft.
In einigen Urlaubsorten bis zu 20 Prozent weniger
AFEDECO-Vizepräsident Pedro Miró berichtet seit Mitte Juni von deutlichen Umsatzrückgängen. In stark besuchten Gebieten hätten einzelne Geschäfte bis zu 20 Prozent weniger eingenommen.
Betroffen seien unter anderem das Zentrum von Palma, Playa de Muro, Alcúdia, Cala Rajada und Cala Millor. Die schwächeren Umsätze träten auf, obwohl weiterhin viele Urlauber auf die Insel kommen.
Für Miró ist diese Entwicklung ein Warnsignal. Der Tourismus sei die zentrale Branche der Inseln. Einige Geschäfte könnten deshalb künftig größere Schwierigkeiten bekommen.
Weniger Geld für Einkäufe vor Ort
Als besonders belastet gelten Souvenirgeschäfte und Juweliere. Supermärkte profitieren dagegen offenbar von der Verschiebung der Ausgaben.
Miró schildert dazu eine Beobachtung aus Cala Rajada. Ein gepflegtes Lokal mit Musik sei nur an drei Tischen besetzt gewesen. Rund 40 Meter entfernt sei ein Supermarkt dagegen voller Kunden gewesen.
AFEDECO vermutet, dass viele Reisende weiterhin mit einem ähnlichen Gesamtbudget anreisen. Weil Flüge, Hotels und andere Leistungen teurer geworden sind, bleibt jedoch weniger Geld für Einkäufe, Gastronomie und weitere Angebote am Urlaubsort.
Der Verband spricht von einer sinkenden Kaufkraft der Gäste. Vollständige Daten, mit denen sich diese Annahme abschließend belegen ließe, liegen ihm nach eigenen Angaben allerdings nicht vor.
Höhere Kosten belasten die Geschäfte zusätzlich
Auch die Betriebe selbst stehen unter Kostendruck. AFEDECO verweist auf gestiegene Lohnkosten nach den Tarifverhandlungen sowie höhere Ausgaben für Energie und Mieten.
Diese Belastungen wirken sich zwangsläufig auf die Verkaufspreise aus. Damit geraten lokale Händler in eine schwierige Lage: Ihre Kosten steigen, während viele Urlauber bei Einkäufen stärker sparen.
AFEDECO fordert deshalb regelmäßige und branchenspezifische Kennzahlen. Sie sollen zeigen, wie sich die touristischen Ausgaben auf Hotels, Verkehr, Gastronomie, Supermärkte und den lokalen Einzelhandel verteilen.
Zudem regt der Verband ein offizielleres Gesprächsformat für die betroffenen Branchen an. Dabei solle geprüft werden, wie rentabel der Tourismus tatsächlich für die gesamte balearische Wirtschaft ist und welche Entwicklung langfristig sinnvoll erscheint.
Verband wirbt für geplanten Kreuzfahrttourismus
Als mögliche Hilfe für den Handel im Zentrum von Palma nennt AFEDECO mehr Kreuzfahrttourismus. Miró fordert, das Thema nicht pauschal abzulehnen, sondern Ankünfte gezielt zu planen und zu steuern.
Nach Auffassung des Verbands sorgen Kreuzfahrtgäste in der Stadt für zusätzliche Nachfrage. Sie buchen Ausflüge, nutzen Taxis und andere Verkehrsmittel und kaufen in lokalen Betrieben ein.
AFEDECO verlangt auch hier belastbare Daten zum tatsächlichen wirtschaftlichen Effekt. Eine bessere Planung könne dazu beitragen, die Besucher und deren Ausgaben sinnvoller in der Stadt zu verteilen.
Bedeutung für Bewohner und Urlauber
Für Bewohner zeigt die Entwicklung, dass Rekordzahlen im Tourismus nicht zwangsläufig bei kleinen Geschäften und gastronomischen Betrieben ankommen. Gerade in stark besuchten Orten könnten leer stehende Tische oder schwache Ladenumsätze daher neben vollen Hotels und Straßen auftreten.
Urlauber müssen vorerst nicht mit konkreten Änderungen rechnen. Die Debatte könnte jedoch Einfluss auf die künftige Kreuzfahrtplanung in Palma und auf politische Maßnahmen zur Unterstützung des lokalen Handels haben.
Quelle
Ultima Hora
https://www.ultimahora.es/noticias/local/2026/08/19/2692147/mas-turistas-menos-ventas-comercio-local-cae.htmlRedaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 20. August 2026
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