Marokko stoppt Hunderte Migranten auf dem Weg zur Grenze von Ceuta
Nach dem Massenandrang Ende Juli bleibt die Lage in Ceuta angespannt. Marokko verstärkt die Grenzkontrollen, während Spanien neue Notunterkünfte vorbereitet.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Marokkanische Sicherheitskräfte haben am Samstag neue Versuche verhindert, die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta zu erreichen. In der Umgebung von Fnideq, auf Spanisch Castillejos, wurden 111 Migranten aufgegriffen.
Zugleich nahm die Polizei 61 Verdächtige fest. Ihnen wird vorgeworfen, über soziale Netzwerke zur irregulären Migration aufgerufen zu haben. Die Lage an der Grenze von Melilla blieb unterdessen ruhig.
Großeinsatz nahe El Tarajal
Die ersten Gruppen machten sich gegen 6.00 Uhr auf den Weg in Richtung Ceuta. Marokkanische Einheiten stoppten sie rund drei Kilometer vor der Grenze. Unter den 111 aufgegriffenen Menschen waren 109 Personen aus Ländern südlich der Sahara und zwei Marokkaner.
Bereits seit dem Morgengrauen hielten sich Hunderte Menschen am Rand von Castillejos auf. Polizeikräfte, Bereitschaftseinheiten und ein Hubschrauber überwachten die Gegend. Am frühen Nachmittag wurden zahlreiche Migranten mit Bussen fortgebracht, teilweise bis nach Uarzazat, mehr als 800 Kilometer weiter südlich.
Auch auf spanischer Seite war das Gebiet um den Übergang El Tarajal stark gesichert. Polizei, Guardia Civil und Militär bildeten einen Sicherheitsring in Grenznähe.
Ceuta weiterhin im Ausnahmezustand
Die neue Bewegung an der Grenze folgt nur rund zwei Wochen nach dem massiven Andrang vom 30. und 31. Juli. Damals gelangten nach unterschiedlichen Angaben mehr als 70.000 beziehungsweise rund 80.000 Menschen aus Marokko nach Ceuta. Der Großteil kehrte innerhalb von 24 Stunden zurück.
Etwa 5.000 Migranten halten sich weiterhin in der nur rund 19 Quadratkilometer großen Stadt auf. Unter ihnen sind viele unbegleitete Minderjährige. Die Behörden arbeiten nach Angaben der spanischen Regierung daran, ihre Identität festzustellen und eine mögliche Rückkehr zu ihren Familien zu organisieren.
Ceuta kann jedoch nicht allen Menschen eine reguläre Unterkunft anbieten. Viele sind deshalb weiterhin über das Stadtgebiet verteilt. Die angespannte Aufnahmesituation prägt den Alltag in der Exklave.
Neue provisorische Unterkünfte geplant
Das Ministerium für Inklusion, soziale Sicherheit und Migration will in den kommenden Tagen ein größeres Team nach Ceuta schicken. Ministerin Elma Saiz wird die Stadt am Montag besuchen. Vor Ort sollen geeignete Flächen für mehrere provisorische Aufnahmezentren geprüft werden.
Mindestens zwei Einrichtungen sollen nach den Plänen der Regierung zwischen dem 17. und 23. August ihren Betrieb aufnehmen. Zusammen sollen sie annähernd 1.000 Menschen Platz bieten. Weitere Standorte könnten schrittweise folgen.
Die Suche ist schwierig. Ceuta verfügt nur über wenig freie Fläche. Zudem stoßen mehrere mögliche Standorte bei Anwohnern auf Widerstand.
Mehr Behandlungen in Ceutas Kliniken
Das Gesundheitswesen verzeichnete zuletzt wieder mehr Behandlungen von Migranten. Zwischen Freitag um 9.00 Uhr und Samstag zur gleichen Zeit wurden 322 Personen versorgt. An den beiden vorherigen Tagen waren es 268 und 275 gewesen.
Von den 322 Patienten wurden 111 in der Primärversorgung behandelt. Weitere 211 kamen in die Notaufnahme des Universitätskrankenhauses von Ceuta. Dort lagen am Samstag 32 Menschen stationär, einer davon auf der Intensivstation. Schwerwiegende Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.
Melilla bleibt ruhig
An der Grenze von Melilla gab es zunächst keine Zwischenfälle. Marokko hatte die Sicherheitspräsenz rund um Beni Enzar und in der nahe gelegenen Stadt Nador dennoch deutlich erhöht. Polizei, Militär und Hilfskräfte richteten zusätzliche Kontrollen ein.
Hilfsangebote in Nador berichten weiterhin von Migranten in schwierigen Lebenslagen. Die katholische Gemeinde Santiago el Mayor versorgt unter anderem Verletzte, Schwangere sowie Frauen, die von Missbrauch oder Menschenhandel betroffen sind. Sie bietet medizinische, psychologische und soziale Hilfe sowie Unterstützung bei Asyl- und Verwaltungsverfahren.
Quelle
El País – „Última hora de la entrada de inmigrantes a Ceuta, en directo | La policía marroquí detiene a 61 personas por incitar a la migración ilegal hacia Ceuta“
https://elpais.com/espana/2026-08-15/ultima-hora-de-la-entrada-de-inmigrantes-a-ceuta-en-directo.htmlRedaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 15. August 2026
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