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Aktuelle Nachrichten 20. August 2026

L’Hospitalet: 2.286 Gewerberäume sind als Wohnadressen registriert

Die Wohnungsnot im Großraum Barcelona drängt immer mehr Menschen in ehemalige Läden. Kommunen reagieren unterschiedlich auf den wachsenden Trend.

L’Hospitalet: 2.286 Gewerberäume sind als Wohnadressen registriert

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

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In L’Hospitalet de Llobregat waren 2025 insgesamt 2.286 Gewerberäume als Adressen von gemeldeten Bewohnern erfasst. Fünf Jahre zuvor lag die Zahl noch bei 1.324.

Damit hat sich der Wert innerhalb von fünf Jahren nahezu verdoppelt. Hinter der Entwicklung stehen vor allem hohe Wohnkosten, ein knappes Angebot und eine wachsende Nachfrage im Großraum Barcelona.

Die Anmeldung im kommunalen Melderegister bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein früheres Ladenlokal rechtlich als Wohnung zugelassen ist. Betroffen sind auch Räume ohne Bewohnbarkeitsbescheinigung, die sogenannte „cédula de habitabilidad“.

Melderegister und Baurecht sind zwei verschiedene Dinge

Eine Kommune kann Menschen an ihrem tatsächlichen Wohnort registrieren, auch wenn die Räume baurechtlich nicht zum Wohnen vorgesehen sind. Das Melderegister soll die reale Bevölkerung möglichst genau abbilden und ist unter anderem für die Planung öffentlicher Leistungen wichtig.

Die Stadtverwaltung von L’Hospitalet erklärt, eine aktuelle Abbildung der Bevölkerung sei nötig, um hochwertige öffentliche Dienste bemessen zu können. Zugleich sollten die Einwohner über ihre Steuern zum Gemeinwesen beitragen.

Für Barcelona selbst liegt keine vergleichbare Zahl vor. Nach Angaben der Stadt lässt sich aus dem dortigen Melderegister nicht ableiten, ob eine Anmeldung zu einem Gewerberaum gehört.

Besonders sichtbar im Norden von L’Hospitalet

In den Stadtteilen Collblanc, La Torrassa und La Florida sind zahlreiche frühere Ladenlokale zu Wohnräumen geworden. Das Gebiet gehört zum dicht besiedelten Samontà im Norden von L’Hospitalet.

Teilweise werden innerhalb solcher Räume zusätzliche Bereiche an weitere Bewohner untervermietet. Die Stadt arbeitet nach eigenen Angaben an einer Aktualisierung des Melderegisters. Dies geschieht im Zusammenhang mit einem gemeinsamen Investitionsplan mit der Generalitat zur Belebung des Samontà.

Sozialorganisationen gehen davon aus, dass die offiziellen Zahlen nur einen Teil der tatsächlichen Lage zeigen. Nicht alle Menschen, die in solchen Räumen leben, konnten sich dort anmelden.

Wohnungsnot führt zu Überbelegung

Beatriz Cantero, Präsidentin des Vereins Mujeres Pa’lante, berichtet von einer deutlichen Verschärfung in den vergangenen vier Jahren. Immer mehr Familien müssten gemeinsam in einem einzigen Zimmer leben, weil sie keine andere bezahlbare Möglichkeit fänden.

Viele Betroffene hätten Arbeit, könnten aber in ausreichender Nähe zum Arbeitsplatz keine Wohnung finden. Cantero verweist zudem auf steigende Preise in L’Hospitalet. Menschen seien wegen der Kosten in Barcelona in weiter außen liegende Viertel verdrängt worden.

Der Verein warnt vor fehlenden Mindestbedingungen für ein würdiges Leben. Sofía Jiménez berichtet außerdem von Kindern, deren Einschulung wegen einer fehlenden Anmeldung erschwert worden sei. Familien könnten dadurch in Situationen geraten, in denen Kinder zeitweise allein oder in der Nähe unbekannter Erwachsener bleiben müssten.

Auch andere Städte verzeichnen Zuwächse

Mataró weist unter den antwortenden Kommunen mit 662 Gewerberäumen die zweithöchste Zahl gemeldeter Wohnadressen dieser Art auf. Im Jahr 2020 waren es dort 538. Die Stadt verweist auf viele seit Langem geschlossene Lokale, unter anderem an der Riera, in den Straßen Barcelona und Sant Josep sowie an den Plätzen Les Tereses und Cuba.

Sabadell meldete für 2025 insgesamt 445 solcher Gewerberäume. Das waren 50 mehr als 2021. In Viladecans stieg die Zahl von drei in den Jahren 2021 bis 2023 auf zuletzt 22.

Santa Coloma de Gramenet verzeichnete dagegen einen Rückgang von 47 Fällen im Jahr 2024 auf 36 im Jahr 2025. Gleichzeitig nahm dort die Zahl der Meldungen ohne festen Wohnsitz von 346 im Jahr 2023 auf 734 im Jahr 2025 zu.

Kommunen gehen unterschiedlich mit Umnutzungen um

Die tatsächliche Nutzung eines Gewerberaums als Unterkunft ist von einer regulären Umwandlung in eine genehmigte Wohnung zu unterscheiden. Für eine legale Umnutzung müssen die jeweiligen städtebaulichen und technischen Vorgaben erfüllt werden.

Barcelona lehnt eine breitere Umwandlung von Ladenlokalen derzeit ab. Gavà erleichtert sie in bestimmten Straßen und begrenzt sie in anderen. Mataró hat seine Regeln gelockert, um das Wohnungsangebot zu vergrößern.

Jofre Rojas, Präsident des Nachbarschaftsvereins Collblanc-Torrassa, warnt vor „Überbelegung und Marginalisierung“. Die Bevölkerung sei gewachsen, während die Ressourcen gleich geblieben seien. Zugleich fehle in der dicht bebauten Zone Bauland für neue Wohnungen.

Quelle

El Periódico de Catalunya – Barcelona – „El uso de locales como viviendas se expande en el área de Barcelona: 2.286 en L'Hospitalet y 662 en Mataró“

https://www.elperiodico.com/es/barcelona/20260820/uso-locales-viviendas-expande-area-barcelona-hospitalet-mataro-133460275?utm_source=rss-noticias&utm_medium=feed&utm_campaign=barcelona

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 20. August 2026

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