Kanaren müssen bis 2029 deutlich mehr Zinsen für ihre Schulden zahlen
Höhere Zinsen verteuern die Finanzierung der Kanaren. Dennoch bleibt die Schuldenquote der Inseln im spanischen Vergleich niedrig.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Die Kanaren müssen in den kommenden Jahren deutlich mehr Geld für Zinsen einplanen. Von 2027 bis 2029 dürften sich die Kosten für die Schulden der autonomen Gemeinschaft auf insgesamt 659 Millionen Euro belaufen.
Das wären 22,5 Prozent mehr als im Zeitraum von 2024 bis 2026. Trotz des Anstiegs bleiben die Kanaren laut einer Studie der Fundación de Estudios de Economía Aplicada, kurz Fedea, vergleichsweise solide finanziert.
Zinskosten steigen bis 2029
Für 2027 veranschlagt die Studie Zinsausgaben von 192 Millionen Euro. Im Jahr 2028 sollen es 217 Millionen Euro sein, 2029 bereits 250 Millionen Euro.
Zum Vergleich: 2024 zahlten die Kanaren 199 Millionen Euro. Für 2025 werden 165 Millionen und für 2026 insgesamt 174 Millionen Euro angesetzt. Zwischen den beiden Dreijahreszeiträumen ergibt sich damit ein Anstieg um 121 Millionen Euro.
Die Berechnungen stammen von den Ökonomen und Forschern Manuel Díaz und Carmen Marín. Sie untersuchen, wie sich die Zinsausgaben der spanischen autonomen Gemeinschaften unter veränderten Finanzierungsbedingungen entwickeln könnten.
Höhere Zinsen verteuern die Refinanzierung
Ein wichtiger Grund für den erwarteten Anstieg ist das höhere Zinsniveau. Wenn bestehende Kredite auslaufen, müssen die Regionen fällige Schulden teilweise durch neue Finanzierungen ersetzen. Diese werden voraussichtlich teurer sein als die alten Verträge.
Dadurch können die Zinsausgaben wachsen, obwohl die Schuldenquote sinkt. Für alle autonomen Gemeinschaften zusammen erwartet Fedea einen Anstieg der jährlichen Zinskosten von 3.608 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 11.528 Millionen Euro im Jahr 2029.
Die Berechnung geht unter anderem von Finanzierungskosten nahe 3 Prozent für neue Schuldtitel aus. Zudem wird ein nominales Wirtschaftswachstum von mehr als 4 Prozent unterstellt.
Kanaren bleiben vergleichsweise gering verschuldet
Die Schuldenquote der Kanaren könnte laut Studie von 13,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2022 auf 9,1 Prozent im Jahr 2029 fallen. Das wäre ein Rückgang um 4,1 Prozentpunkte. Im spanischen Vergleich lägen die Inseln damit nur hinter Navarra.
Auch der absolute Schuldenstand würde sich im untersuchten Zeitraum nur wenig erhöhen. Zwischen 2022 und 2029 rechnet Fedea mit einem Zuwachs von 291 Millionen Euro. Das zählt zu den geringsten Anstiegen unter den autonomen Gemeinschaften.
Andere Regionen dürften 2029 weiterhin Schuldenquoten von mehr als 20 Prozent aufweisen. Dazu gehören die Comunidad Valenciana, Cataluña, Castilla-La Mancha und Murcia.
Große Unterschiede zwischen den Regionen
Auch bei den gesamten Zinsausgaben bleiben die Kanaren im unteren Bereich. Den erwarteten 659 Millionen Euro von 2027 bis 2029 stehen 7.696 Millionen Euro in Cataluña und 4.470 Millionen Euro in der Comunidad Valenciana gegenüber.
Für Madrid werden 3.850 Millionen Euro veranschlagt, für Andalucía 3.310 Millionen Euro. Nur Cantabria, Navarra und La Rioja sollen in diesem Zeitraum insgesamt weniger Zinsen zahlen als die Kanaren.
Fedea betont allerdings, dass es sich um eine Projektion bei unveränderter Politik handelt. Grundlage sind unter anderem Annahmen der AIReF: ein regionales Defizit von 0,1 Prozent des BIP im Jahr 2026, ein ausgeglichener Haushalt 2027 sowie Überschüsse von jeweils 0,1 Prozent in den Jahren 2028 und 2029.
Weniger Spielraum im regionalen Haushalt
Die steigenden Finanzierungskosten könnten künftig einen größeren Teil des kanarischen Haushalts binden. Dieses Geld steht dann nicht für andere Ausgaben zur Verfügung, auch wenn die Schuldenquote insgesamt weiter zurückgeht.
Fedea mahnt deshalb zu Vorsicht bei einer expansiven Finanzpolitik. Deutliche Steuersenkungen oder Ausgabenprogramme mit geringem gesellschaftlichem Nutzen könnten die finanzielle Stabilität belasten, wenn das Zinsniveau länger erhöht bleibt.
Für die Kanaren ergibt sich dennoch ein gemischtes Bild. Die jährliche Zinslast steigt von 174 Millionen Euro im Jahr 2026 auf 250 Millionen Euro im Jahr 2029. Gleichzeitig soll der Schuldenanteil an der regionalen Wirtschaftsleistung unter 10 Prozent sinken.
Quelle
La Provincia / Diario de Las Palmas – „Las subidas de tipos encarecerán más de un 20% la deuda de Canarias en los próximos tres años“
https://www.laprovincia.es/economia/2026/08/16/subidas-tipos-deuda-canarias-133408588.htmlRedaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 16. August 2026
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