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Aktuelle Nachrichten 14. August 2026

Kanaren: Eine eigene Wohnung kostet mehr als das Gehalt vieler Junger

Trotz besserer Ausbildung und sinkender Arbeitslosigkeit bleibt der Auszug aus dem Elternhaus für viele junge Menschen unerschwinglich.

Kanaren: Eine eigene Wohnung kostet mehr als das Gehalt vieler Junger

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis

Eine eigene Mietwohnung ist für viele junge Menschen auf den Kanaren finanziell außer Reichweite. Ende 2024 lag die mittlere Monatsmiete bei 1.128 Euro. Das mittlere Nettogehalt eines jungen Beschäftigten betrug dagegen nur 947,06 Euro.

Wer allein mietet, müsste damit 119,1 Prozent seines Gehalts für die Wohnung ausgeben. Strom, Wasser, Lebensmittel und Verkehr sind dabei noch nicht berücksichtigt.

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In der Provinz Las Palmas ist der Auszug aus dem Elternhaus besonders selten. Dort lag die Auszugsquote bei 12,18 Prozent. In Santa Cruz de Tenerife waren es 16,28 Prozent.

Miete übersteigt das gesamte Einkommen

Die mittlere Miete auf den Inseln stieg bis Ende 2024 innerhalb eines Jahres um 10,2 Prozent. Sie lag damit rund 181 Euro über dem mittleren monatlichen Einkommen eines jungen Arbeitnehmers.

Als Grenze für eine tragbare Wohnbelastung gelten üblicherweise 30 Prozent des Einkommens. Auf den Kanaren wird dieser Wert bei einer allein gemieteten Wohnung um ein Vielfaches überschritten.

Auch ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft ist teuer. Dafür werden rund 40 Prozent des mittleren Jugendgehalts fällig. Der Schritt in ein selbstständiges Leben bleibt deshalb selbst bei geteilter Miete schwierig.

Nur wenige schaffen den Auszug

Im zweiten Halbjahr 2024 lebten lediglich 14,1 Prozent der 16- bis 35-Jährigen auf den Kanaren außerhalb des Elternhauses. Diese Zahl stammt aus dem Observatorio de Emancipación der Jugendräte der Kanaren und Spaniens.

Andere Untersuchungen verwenden abweichende Altersgruppen. Ihre Prozentwerte lassen sich daher nicht direkt vergleichen. Übereinstimmend nennen sie jedoch hohe Wohnkosten und niedrige Gehälter als zentrale Hindernisse.

Unter den jungen Menschen, die den Auszug schaffen, teilen 44 Prozent ihre Wohnung. Fast 45 Prozent leben zur Miete oder Untermiete. Weitere 23,1 Prozent wohnen kostenlos in einer überlassenen Immobilie.

Eigentum ist ebenfalls kaum erreichbar

Der Kauf einer Wohnung bietet für die meisten keine realistische Alternative. Ein junger Mensch müsste auf den Kanaren etwa fünf Jahre lang sein vollständiges Nettogehalt sparen, um das nötige Eigenkapital für den Kauf aufzubringen.

Nach der Kreditbewilligung würde die durchschnittliche Hypothekenrate 97,7 Prozent des Monatsgehalts beanspruchen. Ohne Ersparnisse, Unterstützung der Familie oder ein zweites Einkommen ist ein Kauf damit praktisch nicht finanzierbar.

CCOO verweist zudem auf strengere Regeln bei der Kreditvergabe, einen kleinen öffentlichen Wohnungsbestand und teurere neue Mietverträge. Diese Kombination versperre vielen jungen Menschen einen bezahlbaren Weg aus dem Elternhaus.

Bessere Ausbildung löst das Problem nicht

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich in Spanien in mehreren Punkten verbessert. Die Arbeitslosigkeit der unter 30-Jährigen sank von 40 Prozent im Jahr 2013 auf 16 Prozent. Der Anteil befristeter Beschäftigung ging von 56 Prozent im Jahr 2018 auf 32 Prozent im ersten Halbjahr 2026 zurück.

Zugleich verfügen inzwischen 54,2 Prozent der Menschen bis 29 Jahre über einen Universitäts- oder höheren Berufsbildungsabschluss. Bei den Frauen sind es 61 Prozent. Dennoch reichen die Einkommen häufig nicht für eine eigene Wohnung.

Auf den Kanaren sind 35,9 Prozent der jungen Erwerbstätigen armutsgefährdet. Insgesamt drohen 30,3 Prozent der jungen Bevölkerung Armut oder soziale Ausgrenzung. Die Jugendarbeitslosigkeit sank zwar auf 18 Prozent, doch nur 41,3 Prozent der jungen Menschen waren erwerbstätig.

Las Palmas liegt unter dem Inselvergleich

Besonders niedrig ist die Auszugsquote in der Provinz Las Palmas mit 12,18 Prozent. Auch der Geburtsort spielt eine Rolle. Nur 11 Prozent der auf den Kanaren geborenen jungen Menschen hatten das Elternhaus verlassen. Bei Zugezogenen aus anderen autonomen Regionen oder aus dem Ausland waren es knapp 25 Prozent.

Mehr als 20.000 junge Menschen kehrten innerhalb eines Jahres in den elterlichen Haushalt zurück. CCOO fordert deshalb höhere Einkommen, mehr öffentliche Wohnungen und einen leichteren Zugang zu bezahlbaren Mieten. Andernfalls werde sich die fehlende Selbstständigkeit für viele bis weit über das 30. Lebensjahr hinaus verlängern.

Quelle

La Provincia / Diario de Las Palmas – „Emanciparse en Canarias, una misión imposible: el alquiler supera el sueldo de los jóvenes“

https://www.laprovincia.es/vivienda-en-las-palmas/2026/08/14/emanciparse-canarias-mision-imposible-alquiler-dv-133302160.html

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 14. August 2026

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