Kanaren als einzige Region mit weniger Touristenausgaben im Juli
Kürzere Aufenthalte und leicht rückläufige Besucherzahlen bremsen die Kanaren. Im bisherigen Jahresverlauf bleibt der Archipel dennoch Spaniens zweitstärkstes Reiseziel nach Ausgaben.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Touristen werden auf der Terrasse eines Restaurants in Playa del Inglés auf Gran Canaria bedient
Inhaltsverzeichnis
Die Touristenausgaben auf den Kanaren sind im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 Prozent gesunken. Der Archipel war damit die einzige autonome Gemeinschaft Spaniens mit einem Rückgang der gesamten Ausgaben ausländischer Gäste.
Insgesamt ließen internationale Besucher im Juli 2,188 Milliarden Euro auf den Inseln. Auch die durchschnittlichen Ausgaben pro Tourist fielen leicht auf 1.790 Euro.
Gleichzeitig wurde jeder einzelne Urlaubstag teurer. Pro Person und Tag wurden durchschnittlich 236 Euro ausgegeben. Das waren knapp acht Prozent mehr als im Juli 2025.
Kürzere Aufenthalte drücken das Ergebnis
Die durchschnittliche Reisedauer auf den Kanaren lag im Juli bei 7,6 Tagen. Das entsprach einem Rückgang um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nur die Autonome Gemeinschaft Madrid verzeichnete bei der Aufenthaltsdauer eine noch ungünstigere Entwicklung.
Damit erklärt sich ein wesentlicher Teil des Rückgangs. Gäste gaben zwar täglich mehr aus, blieben aber kürzer auf den Inseln. Die höheren Tagesausgaben deuten zugleich auf ein gestiegenes Preisniveau hin.
Beim durchschnittlichen Gesamtbetrag je Besucher meldeten neben den Kanaren nur die Region Madrid niedrigere Werte. Auf dem Archipel betrug der Rückgang 0,7 Prozent, in Madrid 4,3 Prozent.
Weniger internationale Gäste auf den Inseln
Im Juli kamen 1.222.895 internationale Touristen auf die Kanaren. Das waren 0,67 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit setzte sich die leichte Abschwächung auch bei den Ankünften fort.
Von Januar bis einschließlich Juli empfing der Archipel neun Millionen internationale Gäste. Gegenüber den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 bedeutete dies ein Minus von 0,6 Prozent.
Die Entwicklung steht im Gegensatz zum landesweiten Trend. Spanien zählte bis Ende Juli 58,1 Millionen internationale Touristen und damit 4,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein im Juli kamen 11,5 Millionen Gäste aus dem Ausland, ebenfalls ein Plus von 4,6 Prozent.
Kanaren bleiben bei den Einnahmen weit vorn
Trotz der schwächeren Juli-Werte behaupteten die Kanaren bei den kumulierten Touristenausgaben einen Spitzenplatz. In den ersten sieben Monaten entfielen 17,1 Prozent aller entsprechenden Ausgaben in Spanien auf den Archipel.
Nur Katalonien erreichte mit 18,9 Prozent einen größeren Anteil. Andalusien folgte mit 15,2 Prozent. Bei den internationalen Besucherzahlen lagen bis Ende Juli lediglich Katalonien mit 11,9 Millionen Gästen und die Balearen mit fast 9,2 Millionen vor den Kanaren.
Katalonien verzeichnete dabei 2,9 Prozent mehr internationale Ankünfte als im Vorjahreszeitraum. Auf den Balearen betrug das Wachstum 1,8 Prozent.
Briten geben in Spanien am meisten aus
Internationale Touristen gaben im Juli in ganz Spanien 18,218 Milliarden Euro aus. Den größten Anteil steuerten Besucher aus dem Vereinigten Königreich bei. Ihre Ausgaben beliefen sich auf 3,038 Milliarden Euro oder 16,68 Prozent des Gesamtbetrags.
Aus Deutschland kamen 1,751 Milliarden Euro. Es folgten Frankreich mit 1,644 Milliarden Euro, die nordischen Länder mit 1,065 Milliarden Euro und Italien mit 839 Millionen Euro.
Italien zeigte innerhalb dieser Gruppe mit 24,5 Prozent das stärkste Wachstum gegenüber Juli 2025. Die Ausgaben von Gästen aus den nordischen Ländern sanken dagegen um 6,8 Prozent. Zugleich blieben diese Besucher mit fast neun Tagen besonders lange und wiesen die höchsten durchschnittlichen Ausgaben pro Tourist auf.
Bedeutung für Urlauber und Residenten
Die Zahlen weisen nicht auf einen Einbruch des Tourismus hin. Die Kanaren bleiben eines der wichtigsten Reiseziele Spaniens. Allerdings verbringen internationale Gäste weniger Zeit auf den Inseln als im Vorjahr.
Für Urlauber ist vor allem der Anstieg der täglichen Ausgaben relevant. Ein Plus von knapp acht Prozent kann höhere Kosten für Unterkunft, Gastronomie, Einkäufe und Freizeitangebote widerspiegeln. Wer eine Reise nach Gran Canaria oder auf eine andere Insel plant, sollte deshalb den Tagesetat sorgfältig kalkulieren und Preise frühzeitig vergleichen.
Für Residenten und Unternehmen in Ferienorten wie Playa del Inglés bedeutet die Entwicklung eine mögliche Verschiebung der Nachfrage. Kürzere Aufenthalte können Hotels, Restaurants und andere touristische Betriebe belasten, selbst wenn Gäste pro Tag mehr ausgeben.
Quelle
Canarias7
https://www.canarias7.es/economia/turismo/canarias-continua-senda-descendente-unica-region-perdio-20260902070000-nt.htmlRedaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 02. September 2026
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