Iran-Konflikt verteuert Energie: Spanien steht vor kostspieligem September
Inflation, Kraftstoffpreise und Euríbor belasten spanische Haushalte nach den Sommerferien. Auch Strom und Gas bleiben teuer.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Autos an einer spanischen Tankstelle vor Preisanzeigen während des teuren Ferienrückreiseverkehrs
Inhaltsverzeichnis
Der anhaltende Iran-Konflikt lässt die Energiepreise steigen. Für Millionen Haushalte in Spanien fällt die Rückkehr aus den Sommerferien deshalb besonders teuer aus.
Die Inflation erreichte im August 4,3 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Februar 2023 und zugleich der höchste Augustwert seit 2022.
Neben Kraftstoffen und Strom belastet auch die Finanzierung von Immobilien. Der Euríbor liegt so hoch wie zuletzt im September 2024.
Kraftstoffe werden seit Wochen teurer
Die Preise an den Tankstellen sind acht Wochen in Folge gestiegen. Seit Juni verteuerte sich Diesel um fast 24 Prozent. Benzin legte um 19,8 Prozent zu.
Damit kostet das Tanken so viel wie seit März nicht mehr. Die Rückreisewelle am Ende der Sommerferien ist die teuerste seit 2022. Für das betreffende Wochenende rechnet die spanische Verkehrsbehörde DGT mit 6,9 Millionen Fahrten.
Bereits im Juli lag die Inflation bei 3,6 Prozent. Der Verbraucherpreisindex für Diesel stieg damals um mehr als 15 Prozent.
Die Regierung erhöhte daraufhin die vorgesehene steuerliche Entlastung für Diesel. Statt 5 Cent sollen ab September 20 Cent je Liter gelten. Grundlage ist eine Schutzklausel im im Juni beschlossenen Hilfspaket zum Iran-Konflikt.
Straße von Hormus bleibt ein Risiko
Ein wichtiger Preistreiber sind die Störungen an der Straße von Hormus. Vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran wurden durch diese Meerenge rund 20 Prozent des weltweit verbrauchten Erdöls und Flüssigerdgases transportiert.
Die Internationale Energieagentur verschlechterte Mitte August erneut ihre Prognosen für Angebot und Nachfrage am Ölmarkt. Zuvor war die 60-tägige Frist für Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran am 17. August ohne Friedensabkommen ausgelaufen.
Der europäische Referenzpreis für Brent-Öl näherte sich zeitweise 95 Dollar je Barrel. Zuletzt gab er auf rund 85 Dollar nach. Im April hatte er allerdings bis zu 118 Dollar erreicht.
Spanien hat nach Berechnungen des Thinktanks CREA wegen des Konflikts 8,8 Milliarden Euro zusätzlich für den Import fossiler Brennstoffe ausgegeben. Das Land besitzt keine eigene Öl- oder Gasproduktion und gehört demnach zu den zehn weltweit am stärksten belasteten Importeuren.
Gas und Strom belasten die Haushalte
Auch am Gasmarkt bleibt die Lage angespannt. Der europäische Referenzpreis TTF näherte sich zuletzt 70 Euro je Megawattstunde. Die Terminkontrakte bewegen sich bis zum Frühjahr auf einem ähnlichen Niveau.
Europas Gasspeicher sind zu weniger als 64 Prozent gefüllt. Das ist für diese Jahreszeit der niedrigste Wert seit 2009. Im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre lag der Füllstand bei 80 Prozent.
Spanien erreicht 73 Prozent und steht damit besser da als die Niederlande mit 45 Prozent und Deutschland mit 51 Prozent. Dennoch wirkt sich der teure Brennstoff direkt auf den Strommarkt aus.
Hinzu kommen höhere Steuern. Seit dem Ende der zeitweisen Entlastung im Juni beträgt die Mehrwertsteuer auf Strom wieder 21 statt 10 Prozent. Die besondere Stromsteuer stieg von 0,5 auf 5,11 Prozent.
Erneuerbare Energien dämpfen den Anstieg
Solar- und Windkraft haben Spanien in den ersten Monaten des Konflikts teilweise geschützt. Der Thinktank Ember bezifferte die Entlastung im Juni auf etwa 10 Euro monatlich je Stromrechnung.
CREA schätzt die Einsparungen durch die seit 2020 installierte Photovoltaik- und Windkraft auf mehr als 1,75 Milliarden Dollar. Spanien liegt damit im internationalen Vergleich an zweiter Stelle.
Im Sommer reicht dieser Schutz jedoch nicht aus. Weniger Windstrom, ein höherer Verbrauch während der Hitzewellen und der verstärkte Einsatz teurer Gaskraftwerke treiben den Strompreis nach oben.
Bedeutung für Haushalte in Spanien
Wer regelmäßig Auto fährt, spürt den Anstieg unmittelbar beim Tanken. Die Entlastung von 20 Cent je Liter Diesel soll ab September einen Teil der Mehrkosten auffangen.
Bei Stromverträgen wirken sich sowohl der teurere Gaspreis als auch die Rückkehr zu den regulären Steuersätzen aus. Haushalte mit variablen Stromtarifen können Preisbewegungen besonders schnell bemerken.
Für Immobilienbesitzer mit variabel verzinster Hypothek kommt der hohe Euríbor hinzu. Bei anstehenden Anpassungen kann dadurch die monatliche Kreditrate steigen.
Quelle
elDiario.es
https://www.eldiario.es/economia/enquistamiento-conflicto-iran-inflama-precios-energeticos-propicia-peor-cuesta-septiembre-anos_1_13472069.htmlRedaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 29. August 2026
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