Hohe Immobilienpreise treiben Käufer von den Balearen aufs Festland
Asturien, Alicante und Barcelona gehören zu den wichtigsten Ausweichzielen. Außerhalb der Inseln sind vergleichbare Wohnungen oft erheblich günstiger.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Die hohen Immobilienpreise auf Mallorca und den übrigen Balearen verändern das Kaufverhalten der Bewohner. Im ersten Quartal 2026 lag jede vierte von ihnen gekaufte Immobilie in einer anderen autonomen Gemeinschaft Spaniens.
Insgesamt erwarben Bewohner der Inseln 716 Wohnungen außerhalb des Archipels. Das waren 24 Prozent ihrer insgesamt 3.038 Käufe in diesem Zeitraum.
Die Zahlen zeigen eine deutliche Ausweichbewegung. Wer grundsätzlich kaufen kann, aber die Preise auf den Inseln nicht bezahlen will oder kann, sucht zunehmend auf dem Festland nach Eigentum.
Asturien und die Mittelmeerküste ziehen Käufer an
Andalusien war mit 138 gekauften Wohnungen die wichtigste Zielregion. Das entsprach 19 Prozent aller Käufe außerhalb der Balearen. In der Comunitat Valenciana wurden 134 Immobilien erworben, ebenfalls rund 19 Prozent.
Asturien folgte mit 109 Käufen und einem Anteil von 15 Prozent. Zusammen kamen diese drei Regionen auf 381 Transaktionen. Das waren 53,2 Prozent aller außerhalb des Archipels getätigten Käufe.
Weitere Immobilien lagen in Katalonien mit 66 Käufen, Castilla y León mit 50 und Galicien mit 49. Hinzu kamen Madrid mit 37, Murcia mit 33 sowie Castilla-La Mancha mit 32.
Auf Provinzebene stand Asturien mit 109 Käufen an erster Stelle. Danach folgten Alicante mit 75, Barcelona mit 45 und Madrid mit 37. In Granada und Valencia wurden jeweils 35 Wohnungen gekauft.
Enorme Preisunterschiede zum Festland
Der wichtigste Grund für die Abwanderung des Kapitals ist der Preis. Im ersten Quartal 2026 kostete Wohnraum auf den Balearen durchschnittlich 4.173 Euro pro Quadratmeter. Das war der zweithöchste Wert Spaniens nach Madrid mit 4.407 Euro.
Eine Wohnung mit 90 Quadratmetern kam auf den Inseln rechnerisch auf rund 375.000 Euro. In Asturien kostete eine gleich große Immobilie durchschnittlich 157.000 Euro. In Alicante waren es 204.000 Euro.
Selbst in der Provinz Barcelona lag der Vergleichspreis mit 274.999 Euro rund 100.000 Euro niedriger als auf den Balearen. In Granada kosteten 90 Quadratmeter im Durchschnitt 150.000 Euro.
Der Quadratmeterpreis lag in Andalusien etwa 51 Prozent unter dem Niveau der Balearen. In der Comunitat Valenciana betrug der Abstand 53 Prozent, in Asturien 60 Prozent.
Balearen liegen weit über dem Landesdurchschnitt
Spanienweit wurden im ersten Quartal durchschnittlich 2.429 Euro pro Quadratmeter verlangt. Die Balearen lagen damit 72 Prozent über dem Landesmittel.
Auch im Vergleich der autonomen Gemeinschaften fällt die Ausweichbewegung ungewöhnlich stark aus. Nur in Madrid war der Anteil der Käufe außerhalb der eigenen Region mit 32 Prozent höher. Im Baskenland lag er bei 18 Prozent und in Navarra bei 15 Prozent.
Alle anderen Gemeinschaften blieben unter zehn Prozent. In Andalusien entfielen nur drei Prozent der Käufe auf andere Regionen. Bei Bewohnern Asturiens waren es sechs Prozent.
Kaum Käufer aus anderen spanischen Regionen
Die Bewegung verläuft nicht in beide Richtungen. Im ersten Quartal kauften 288 Menschen aus anderen autonomen Gemeinschaften eine Immobilie auf den Balearen.
Fast die Hälfte dieser Käufe entfiel auf Menschen aus Madrid. Sie erwarben 134 Wohnungen. Käufer aus Katalonien folgten mit 73 Immobilien.
Aus Asturien kam im ersten Quartal kein einziger Käufer. Bereits im gesamten Vorjahr waren lediglich drei Immobilienkäufe durch Bewohner dieser Region registriert worden.
Bedeutung für Residenten und Kaufinteressierte
Wer seinen Lebensmittelpunkt flexibel wählen kann, findet auf dem Festland deutlich niedrigere Einstiegspreise. Besonders groß ist der rechnerische Abstand in Asturien und Granada. Auch Alicante bietet trotz seiner Lage am Mittelmeer günstigere Durchschnittspreise.
Die Daten bedeuten jedoch nicht automatisch, dass alle Käufer die Balearen dauerhaft verlassen. Eine außerhalb der Inseln erworbene Immobilie kann auch als Zweitwohnsitz oder Kapitalanlage dienen. Die hohe Quote zeigt aber, wie stark das Preisniveau die Wohnungswahl von Bewohnern der Balearen inzwischen beeinflusst.
Quelle
Ultima Hora
https://www.ultimahora.es/noticias/local/2026/08/23/2692855/precio-vivienda-empuja-residentes-exilio-inmobiliario.htmlRedaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 23. August 2026
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