Granada erneut erschüttert: Sechs neue Beben in einer Nacht
Die anhaltende Erdbebenserie sorgt in Granada weiter für Unruhe. Fachleute warnen zugleich vor voreiligen Prognosen und Falschinformationen.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
In der Provinz Granada sind in der Nacht zum Donnerstag, 20. August, sechs weitere Erdbeben registriert worden. Der stärkste Erdstoß erreichte eine Magnitude von 3,4.
Das Epizentrum lag nahe Dílar südlich der Stadt Granada. Der Erdbebenherd befand sich nach den überprüften Angaben des Instituto Geográfico Nacional (IGN) in fünf Kilometern Tiefe.
Damit hält die Erdbebenserie an, die seit mehreren Tagen viele Menschen in Granada und den umliegenden Gemeinden beunruhigt. Für das Beben der Stärke 3,4 gab es zunächst keine Hinweise auf Personen- oder Sachschäden.
Erdstöße nahe Dílar
Der stärkste Erdstoß wurde um 00.15 Uhr UTC gemessen. Zum Abstand des Epizentrums gibt es in den Berichten leicht abweichende Angaben: Genannt werden drei Kilometer von Dílar sowie eine Lage bei Dílar, rund 16 Kilometer von Granada entfernt.
Das Beben war von geringer Intensität. Es wurde den Berichten zufolge unter anderem in Motril, Almuñécar und Armilla nur schwach wahrgenommen. Auch in Gemeinden wie Villa de Otura, Padul und Gójar dürften viele Einwohner den Erdstoß gar nicht bemerkt haben.
Das IGN stellt ein makroseismisches Online-Formular bereit. Menschen, die ein Beben gespürt haben, können dort angeben, wo sie sich befanden, ob Gegenstände wackelten oder herunterfielen und wie sie reagierten.
Mehr als 300 Beben innerhalb einer Woche
In der Region wurden innerhalb einer Woche 301 Erdbeben registriert. Im gesamten August waren es bis zum 20. August insgesamt 323 Erdstöße.
Die aktuellen Bewegungen folgen auf zwei deutlich stärkere Beben in den vergangenen Tagen. Für das Ereignis bei Alhendín wird nach der Überprüfung eine Magnitude von 4,8 genannt. Eine erste automatische Messung hatte nahe 5,0 gelegen.
Ein weiteres Beben derselben Magnitude wurde anschließend mit einem Epizentrum bei Gójar registriert. Die beiden stärkeren Erdstöße führten zu rund 3.000 gemeldeten Vorfällen, überwiegend von geringem Ausmaß. Beim Notruf 112 gingen mehr als 5.000 Anrufe ein.
Die Junta de Andalucía hält deshalb in der Provinz Granada die Vorwarnstufe des Plans gegen Erdbebenrisiken aufrecht.
Warum die Erde rund um Granada bebt
Granada liegt in einer breiten Zone, in der sich die afrikanische und die eurasische Kontinentalplatte annähern. Die Bewegung beträgt etwa fünf Millimeter pro Jahr und verursacht komplexe Spannungen in der Erdkruste.
In der Senke von Granada bewegen sich Verwerfungen, an denen Erdbeben entstehen können. Die Aktivität tritt häufig in räumlich und zeitlich begrenzten Serien auf. Vergleichbare Phasen gab es 2021 und 2022 bei Santa Fé und Atarfe, 1979 in Granada sowie 1988 und 1989 bei Agrón.
Nach Einschätzung von Geologen passen die derzeitigen Erdstöße in dieses bekannte Muster. Die Beben entstehen offenbar an oberflächennahen, nordwestlich bis südöstlich ausgerichteten Abschiebungen. Welche einzelnen Abschnitte der Verwerfungen beteiligt sind und ob sie in der Tiefe miteinander verbunden sind, ist noch offen.
Ende der Serie nicht vorhersehbar
Fachleute können nicht zuverlässig sagen, wie lange der Erdbebenschwarm dauern wird. Frühere Serien hielten teils mehrere Monate oder fast ein Jahr an. Das stärkste Beben muss dabei nicht am Anfang auftreten.
Auch einzelne Erdbeben lassen sich nicht vorhersagen. Erste Magnitudenwerte werden automatisch berechnet und später überprüft. Deshalb können Angaben nachträglich korrigiert werden.
Die geringe Tiefe erklärt, warum die Beben in Granada trotz moderater Magnitude deutlich zu spüren sind. Wissenschaftler raten zugleich dazu, unbelegte Erklärungen in sozialen Netzwerken zu meiden. Weder der Klimawandel noch eine Sonnenfinsternis gelten als Ursache der aktuellen Serie.
Quelle
Onda Cero Radio, ABC, El Confidencial, El País – „Seis terremotos, uno de intensidad 3,4, vuelven a hacer temblar Granada durante la madrugada - Onda Cero Radio“
https://news.google.com/rss/articles/CBMi6AFBVV95cUxNaXh4MGUweXA0ZW1tNV9lVnNIaVl2OTExTzVjeDlEZFUtWVpxb2tQb3NHaWJHZ0IxSkdaV2xHRkxZMTJ0cWVCNDAzQUFIZmxQVkdqUDFMYzVzdmdaUEQ4WWxqb2puMjVrNXdnc3hkaGR0SGo2OVBpdTdFa09aaEpIM0tIbWdWZExPY2ZjOUh6amJvc2o5RExqRlIwWDJqMmx6aFZJdmg4WVZyVlNDby1CYUo5QU5hZlVMMS1DbmpTYUlEbk45V0hCZGthMGdMTW9qNUFmRVc0S05FZDAta1ZPeVN1LUlCRUhT0gHoAUFVX3lxTE9xS29GYUU1Z2RfTUo4R1o2eGtYTzF1dzE5MTE3WElYZ0paR2N1OHlMTnIzUUpYTXF4eFNYcGRxcV8xenpONVJGTFhNdDZiNkJuUHhLN09UQ3JIcEY3TnY2bDJPb0Q3c0tUOTdoazBadjhHdklRaklpeFR1WE8zMVU2Y0piNVM5U01LOXhzQ1p6Mmp0OVdnT0ZqbUt2OGFkVkp1eGVxbHl1U00wY29yTVR4dDZnR0M0UGNIRXBReW1LV3pMX1g5MjVMR2F0U1YxVjFQNEJyMi0wMDhWODZIR1V6Z0J6aVp0Vnk?oc=5Redaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 20. August 2026
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