Geschlossene Hotels kosten an der Costa del Sol bis zu 100.000 Euro im Monat
Selbst ohne Gäste laufen in den Hotels viele Arbeiten weiter. Die Branche muss hohe Fixkosten tragen und zugleich jederzeit auf eine Wiedereröffnung vorbereitet sein.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Geschlossene Hotels sind keineswegs kostenfrei. An der Costa del Sol müssen die Betreiber ihre Anlagen auch ohne Gäste pflegen, sichern und technisch betriebsbereit halten.
Bei einem Haus mit etwas mehr als 100 Zimmern liegen die monatlichen Kosten während der Schließung bei mindestens 60.000 Euro. Große Ferienanlagen und weitläufige Luxushotels zahlen noch deutlich mehr.
Für den Tourismus entsteht damit ein schwieriges Dilemma. Eine Öffnung ohne ausreichende Nachfrage lohnt sich nicht. Ein längerer Leerstand kann die Unternehmen jedoch ebenfalls finanziell überfordern.
Auch leere Zimmer brauchen Betreuung
Im Marbella Club ist zeitweise fast nur der Rasenmäher zu hören. Das traditionsreiche Hotel schloss am 21. März erstmals in seiner 66-jährigen Geschichte. Gärtner und anderes Wartungspersonal verhindern seitdem, dass die Anlage wie ein verlassenes Dorf wirkt.
Auch hinter verschlossenen Türen bleibt viel zu tun. Zimmer müssen regelmäßig gelüftet werden. Wasser muss durch die Leitungen fließen, damit diese nicht verstopfen.
Warmwasseranlagen und technische Geräte benötigen ebenfalls Betreuung. Aufzüge müssen regelmäßig gewartet werden. Hinzu kommen die Pflege von Pools, Spas und Gärten sowie die Kontrolle der Energieversorgung.
Fixkosten laufen ohne Einnahmen weiter
Die Ausgaben hängen von Größe und Bauweise eines Hotels ab. Selbst ein kompaktes Stadthotel kann nicht einfach abgeschlossen und sich selbst überlassen werden. Sicherheitsvorgaben, Versicherungsauflagen und gesetzlich vorgeschriebene Kontrollen gelten weiterhin.
Auch Teile der Belegschaft bleiben aktiv. Das betrifft unter anderem Verwaltung, Marketing, Reservierungen und Instandhaltung. Personalkosten machen nach Angaben aus der Branche rund 30 Prozent der gesamten laufenden Kosten aus.
Dazu kommen externe Dienstleister, Sicherheit, Videoüberwachung und die Pflege der Datenbestände. Buchungssysteme und Internetseiten müssen ebenfalls in Betrieb bleiben. Zusätzlich fallen Zinsen, Kreditraten sowie Unternehmens- und Kommunalsteuern wie IBI und IAE an.
Bei einem Hotel mit gut 100 Zimmern sinken die monatlichen Kosten daher nicht unter 60.000 Euro. Entscheidend ist nicht nur die Zahl der Zimmer. Weitläufige Grundstücke, mehrere Gebäude und umfangreiche Freizeitanlagen treiben den Aufwand stark nach oben.
Große Resorts trifft es besonders hart
Im Puente Romano und im Marbella Club können allein die laufenden Betriebsausgaben 100.000 Euro im Monat erreichen. Beide Anlagen sind wie andalusische Dörfer gestaltet. Ihre zahlreichen Gebäude, Wege und Grünflächen machen die Pflege aufwendig.
Noch größer ist die Aufgabe im Holiday World in Benalmádena. Der Komplex verfügt über 1.000 Zimmer, 25 Schwimmbecken, 40 Whirlpools und eine 500 Meter lange Wasserfläche.
Zu einem der Hotels gehört außerdem eine Art Tierpark mit 400 Tieren. Dazu zählen Schildkröten, Unzertrennliche und orientalische Karpfen. Sie müssen auch während der Schließung gefüttert und versorgt werden.
Das Wasser aus Pools und Spas kann nicht einfach abgelassen werden. Die Vorschriften erlauben es nicht, die Becken später ohne Weiteres neu zu füllen. Zudem könnte das Ablassen und Wiederbefüllen teurer sein als die laufende Pflege.
Neustart verursacht weitere Ausgaben
Eine Wiedereröffnung kostet ebenfalls Geld. Einige Saisonhotels schließen normalerweise zwischen November und Januar. Die damaligen Beschränkungen trafen sie kurz nach ihrem regulären Neustart. Damit mussten sie innerhalb eines Jahres zwei Schließungen und zwei Wiedereröffnungen finanzieren.
Zugleich reicht ein offizielles Öffnungsdatum allein nicht aus. Die Nachfrage an der Costa del Sol hängt stark von internationalen Herkunftsmärkten und verfügbaren Flugverbindungen ab. Bleiben ausländische Gäste aus, kann ein geöffneter Betrieb höhere Verluste erzeugen als der Leerstand.
Die Häuser müssen dennoch kurzfristig einsatzbereit bleiben. Viele Betreiber halten ihre Anlagen in einem Zustand, der eine Öffnung innerhalb von 48 Stunden ermöglichen soll. Genau diese Bereitschaft erhöht die Kosten während der ungewissen Wartezeit.
Bedeutung für den Tourismus
Der teure Leerstand schwächt die finanziellen Reserven der Hotels. Je länger die geringe Nachfrage anhält, desto schwieriger wird es für einzelne Betriebe, Personal zurückzuholen und ihr vollständiges Angebot wiederherzustellen.
Für die Costa del Sol geht es deshalb nicht nur um die Öffnung einzelner Häuser. Hotels sichern Aufträge für Reinigungsfirmen, Handwerker, Gärtnereien, Sicherheitsdienste und viele weitere Betriebe. Ihre Lage wirkt sich auf einen großen Teil der regionalen Tourismuswirtschaft aus.
Entscheidend für einen tragfähigen Neustart sind verlässliche Flugverbindungen und genügend Buchungen. Ohne diese Voraussetzungen bleibt die Wahl zwischen einer kostspieligen Schließung und einem möglicherweise ebenfalls unrentablen Betrieb.
Quelle
Sur in English – Costa del Sol – „The unaffordable cost of closed hotels“
http://www.surinenglish.com/local/202005/08/unaffordable-cost-closed-hotels-20200508102538-v.htmlRedaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 17. August 2026
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