Ferienimmobilien auf den Balearen sind mit Abstand Spaniens teuerste
Internationale Nachfrage und knappes Bauland treiben den Immobilienmarkt der Inseln. Für einheimische Haushalte erreicht der Zugang zu Wohnraum kritische Werte.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Ferienimmobilien auf den Balearen sind mit deutlichem Abstand die teuersten Spaniens. Im ersten Quartal 2026 lag ihr durchschnittlicher Wert bei 7.400 Euro pro Quadratmeter.
Dahinter folgen Málaga mit 4.600 Euro und Girona mit 3.750 Euro. Das geht aus einem Bericht des Immobilienbewertungsunternehmens Tinsa hervor.
Auch bei allen Wohnungen in den Küstenorten führen die Inseln das spanische Ranking an. Palma ist in dieser Auswertung nicht enthalten.
Mallorca erreicht 7.800 Euro pro Quadratmeter
Innerhalb der Balearen bestehen deutliche Unterschiede. Auf Mallorca erreichen Ferienimmobilien durchschnittlich 7.800 Euro pro Quadratmeter.
Auf Menorca sind es 5.000 Euro. Ibiza und Formentera liegen mit jeweils 8.000 Euro noch darüber.
Für sämtliche Wohnungen in den Küstengemeinden der Balearen nennt Tinsa einen Durchschnittswert von 4.058 Euro pro Quadratmeter. Das sind 11,7 Prozent mehr als im ersten Quartal 2025.
Zum Vergleich: In Málaga liegt dieser breiter gefasste Küstenwert bei 3.027 Euro. Vizcaya folgt mit 2.909 Euro und Barcelona mit 2.746 Euro. Die jeweiligen Provinzhauptstädte wurden nicht berücksichtigt.
Preise liegen weit über dem früheren Immobilienboom
Auf den Balearen sind Wohnimmobilien inzwischen 49,4 Prozent mehr wert als während der Immobilienblase von 2007 und 2008. Damit unterscheiden sich die Inseln deutlich von vielen anderen Küstengebieten Spaniens.
In Girona liegen die Werte noch 27,5 Prozent unter dem damaligen Niveau. In Almería beträgt der Abstand 24,3 Prozent und in Santa Cruz de Tenerife 23,7 Prozent.
Cristina Arias, Leiterin des Studienservices von Tinsa España by Accumin, beschreibt die Balearen als eine der Regionen mit dem stärksten Preisdruck und den geringsten Zugangsmöglichkeiten zu Wohnraum. Der Anstieg sei weiterhin kräftig und auf den gesamten Archipel verteilt.
Einzelne Gemeinden zeigen jedoch eine Abschwächung oder sogar Preiskorrekturen. Tinsa nennt auf Mallorca Andratx, Artà und Ses Salines sowie Maó auf Menorca.
Hohe Belastung für Haushalte
Für den Kauf einer Immobilie außerhalb Palmas muss ein durchschnittlicher Haushalt nach Berechnungen von Tinsa 59 Prozent seines verfügbaren Einkommens aufwenden. In Palma liegt dieser Wert bei 52 Prozent.
Beide Werte gelten als kritisch. Zugleich gingen die Verkäufe auf den Balearen außerhalb der Hauptstadt um 1,5 Prozent zurück. In Palma wurde dagegen ein leichter Anstieg registriert.
Die Zahl der Transaktionen bleibt laut Bericht insgesamt robust und bewegt sich seit 2023 auf einem stabilen Niveau. Die starken Schwankungen der Pandemiejahre 2020 bis 2022 sind damit abgeklungen.
Die Bautätigkeit außerhalb Palmas nahm um 12,6 Prozent zu. Daraus lässt sich nach Einschätzung von Tinsa noch kein klarer Aufwärtstrend ableiten. Begrenztes Bauland erschwert es auf den Inseln zusätzlich, das Angebot auszuweiten.
Ausländische Käufer prägen den Markt
Zwischen 40 und 70 Prozent der Käufe von Ferienimmobilien auf den Balearen entfallen auf ausländische Interessenten. Sie kommen vor allem aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, den nordischen Ländern, den Niederlanden und Italien.
Die kleinere Nachfrage aus Spanien stammt hauptsächlich aus Madrid, Barcelona, dem Baskenland und Valencia. Laut Tinsa orientiert sich der Markt daher zunehmend an der Kaufkraft internationaler Ferienimmobilienkäufer und weniger an den finanziellen Möglichkeiten der ansässigen Bevölkerung.
Gleichzeitig registriert der Bericht keine nennenswerte Aktivität beim Bau bezahlbarer Wohnungen. Projektentwickler konzentrieren sich stärker auf das rentablere Feriensegment. Dadurch verschwimmt die frühere Trennung zwischen Erst- und Zweitwohnsitz zunehmend.
Bedeutung für Käufer und Residenten
Wer auf Mallorca eine Ferienimmobilie kaufen möchte, muss mit deutlich höheren Quadratmeterpreisen als in anderen spanischen Küstenregionen rechnen. Selbst innerhalb der Balearen reicht die Spanne von 5.000 Euro auf Menorca bis zu 8.000 Euro auf Ibiza und Formentera.
Für Residenten verschärft die internationale Nachfrage den Wettbewerb um verfügbaren Wohnraum. Die hohen Einkommensanteile für einen Kauf und das geringe Angebot an bezahlbaren Neubauten zeigen, dass eine Entspannung derzeit nicht absehbar ist.
Quelle
Ultima Hora
https://www.ultimahora.es/noticias/local/2026/08/19/2691771/viviendas-vacacionales-baleares-son-mas-cara-espana-diferencia.htmlRedaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 20. August 2026
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