Falsche DGT-Bußgelder: Behörde warnt vor dringenden Zahlungsaufforderungen
Betrüger setzen Autofahrer mit angeblich steigenden Bußgeldern unter Druck. Links in den Nachrichten führen zu gefälschten Zahlungsseiten.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Smartphone mit verdächtiger Zahlungsaufforderung neben Autoschlüssel und Bankkarte
Inhaltsverzeichnis
Die spanische Verkehrsbehörde DGT warnt Autofahrer vor gefälschten Bußgeldbescheiden. Die Nachrichten kommen per SMS oder E-Mail und fordern zu einer schnellen Zahlung auf.
Die Betrüger behaupten, eine offene Strafe werde innerhalb von 24 oder 48 Stunden deutlich teurer. Ein beigefügter Link führt jedoch nicht zur DGT, sondern auf eine manipulierte Zahlungsseite.
Die Behörde stellt klar: Sie verschickt keine Zahlungsaufforderungen für Verkehrsstrafen per SMS oder E-Mail. Das gilt auch für Fahrer an der Costa del Sol sowie Urlauber mit Mietwagen.
Zeitdruck soll Zweifel ausschalten
Die aktuelle Masche gehört zum sogenannten Smishing oder Phishing. Kriminelle geben sich als offizielle Stelle aus, um persönliche Daten oder Geld zu erlangen.
Ein verbreiteter Text bezeichnet die Nachricht als „letzte Erinnerung“. Er behauptet zudem, mehrere frühere Kontaktversuche seien erfolglos geblieben. Teilweise wird mit einer Erhöhung des angeblichen Bußgeldes von 100 auf mehr als 400 Euro gedroht.
Dieser Zeitdruck ist Teil des Betrugs. Empfänger sollen den Link öffnen und zahlen, bevor sie den Inhalt prüfen. Nach den vorliegenden Angaben verlieren Betroffene im Durchschnitt rund 380 Euro.
So verschickt die DGT echte Bescheide
Echte Mitteilungen über Verkehrssanktionen kommen grundsätzlich per zertifizierter Post. Daneben nutzt die Behörde die Dirección Electrónica Vial, kurz DEV. Dieser elektronische Kanal gilt aber nur für Personen, die sich zuvor freiwillig angemeldet haben.
Ausstehende Benachrichtigungen können außerdem im amtlichen Verkehrsregister TESTRA veröffentlicht werden. Eine Zahlungsaufforderung per gewöhnlicher E-Mail oder SMS ist dagegen kein regulärer Zustellweg der DGT.
Auch die kurze Frist verrät den Schwindel. Bei einer echten Verkehrssanktion bleiben 20 Kalendertage, um im vereinfachten Verfahren mit einer Ermäßigung von 50 Prozent zu zahlen. Eine angebliche Frist von nur wenigen Stunden passt nicht zu diesem Ablauf.
Auffällige Links und ungewöhnliche Formulierungen
Gefälschte Nachrichten enthalten häufig sprachliche Fehler oder eine schlecht nachgeahmte Gestaltung. Auch ausländische Telefonnummern können ein Warnzeichen sein. Die Absenderangabe allein ist jedoch kein sicherer Beweis für die Echtheit.
Nach Angaben der Berichte enthalten reguläre Mitteilungen der DGT keine QR-Codes. Auch der Ausdruck „Kundendienst“ ist für solche Schreiben untypisch. Besonders gefährlich sind Seiten, die vollständige Kartendaten und die PIN verlangen.
Die Zahl der Angriffe ist hoch. Die DGT hat innerhalb von fünf Jahren mehr als 830 Fälle dokumentiert, bei denen ihre Identität missbraucht wurde. Allein 2025 beantragte sie die Abschaltung von 195 betrügerischen Webseiten. Das INCIBE bearbeitete im selben Jahr mehr als 21.500 Phishing-Fälle in Spanien.
Bedeutung für Urlauber und Residenten
Wer eine verdächtige Nachricht erhält, sollte weder auf den Link klicken noch Daten eingeben. Eine mögliche Strafe lässt sich unabhängig über die App miDGT, die elektronische DGT-Verwaltung oder TESTRA prüfen. Die jeweilige Internetadresse sollte von Hand eingegeben oder über eine bereits bekannte offizielle App geöffnet werden.
Wer bereits Kartendaten übermittelt oder bezahlt hat, sollte sofort seine Bank anrufen. Die Karte sollte gesperrt und eine mögliche Buchung angefochten werden. Screenshots der Nachricht, der Webseite und des Zahlungsvorgangs sollten als Belege gespeichert werden.
Anschließend kann der Vorfall bei der Guardia Civil oder der Policía Nacional angezeigt werden. Das spanische Institut für Cybersicherheit INCIBE berät kostenlos unter der Telefonnummer 017.
Gerade nach längeren Autofahrten oder in der Rückreisewelle kann eine angebliche Radarmeldung glaubwürdig wirken. Trotzdem gilt: Nicht unter Zeitdruck zahlen, sondern den Vorgang ausschließlich über die offiziellen Kanäle der DGT kontrollieren.
Quelle
El Economista, Hoy Aragón
https://www.eleconomista.es/motor/noticias/14011216/09/26/la-dgt-pide-a-los-conductores-extremar-la-precaucion-ante-una-nueva-estafa-ultimo-recordatorio-antes-de-que-aumente-la-multa-pendiente.htmlRedaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 02. September 2026
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