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Aktuelle Nachrichten 02. September 2026

Euribor über 3 Prozent: Hypotheken auf Mallorca werden deutlich teurer

Von Redaktion Spanienleben.de

Der Referenzzins steigt stärker als zuletzt erwartet. Auf den Balearen fällt die zusätzliche Belastung wegen der hohen Darlehenssummen besonders groß aus.

Wohnhäuser auf Mallorca und ein Taschenrechner als Symbol für steigende Hypothekenkosten

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Wohnhäuser auf Mallorca und ein Taschenrechner als Symbol für steigende Hypothekenkosten

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Der Euribor hat zum Start in den September die Marke von 3 Prozent überschritten. Am ersten Handelstag des Monats schloss der Zwölfmonatswert am Interbankenmarkt bei 3,029 Prozent.

Damit steigt der wichtigste Referenzwert für variable Immobilienkredite in Spanien stärker als noch vor wenigen Monaten erwartet. Besonders deutlich trifft das die Balearen, weil die durchschnittlichen Hypothekensummen dort weit über dem spanischen Mittel liegen.

Der August-Wert lag bei 2,954 Prozent. Im Juli waren es noch 2,855 Prozent gewesen. Gegenüber August 2025 beträgt der Anstieg 0,84 Prozentpunkte.

Höchster August-Wert seit zwei Jahren

Der Euribor beendete den August auf dem höchsten Stand seit August 2024. Damals hatte der Index bei 3,169 Prozent gelegen. Der jüngste Monatswert war zunächst noch vorläufig und musste von der Banco de España bestätigt werden.

Der Ökonom Pau A. Monserrat rechnet inzwischen damit, dass auch der Monatsdurchschnitt im September über 3 Prozent liegen könnte. Monserrat ist Mitglied des balearischen Wirtschafts- und Sozialrats CES, Professor an der Universität der Balearen UIB und Ökonom bei Futur Legal.

Für Dezember erwartet er einen Monatsdurchschnitt zwischen 3,05 und 3,20 Prozent. Er sieht darin keine unkontrollierte Zinsspirale und auch keine schnelle Rückkehr auf mehr als 4 Prozent. Vielmehr könnten die Zinsen länger auf einem erhöhten Niveau bleiben.

Energiepreise verändern die Prognosen

Noch Ende Juni hatte Bankinter für Dezember 2026 einen Euribor zwischen 2,65 und 2,75 Prozent erwartet. Das Funcas-Panel ging im Juli von 2,75 Prozent zum Jahresende und anschließend wieder sinkenden Werten aus.

Diese Prognosen beruhten unter anderem auf dauerhaft günstigerem Öl und einer Normalisierung des Energieverkehrs durch die Straße von Hormus. Bankinter kalkulierte damals mit einem Brent-Ölpreis von rund 72 Dollar. Zuletzt kostete das Barrel wieder etwas mehr als 90 Dollar.

Gleichzeitig stieg die Inflation im Euroraum laut Eurostat von 2,9 Prozent im Juli auf 3,3 Prozent im August. Energie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahr um 14,3 Prozent. Im Juli hatte der Anstieg noch 10,3 Prozent betragen.

Entlastend wirkt die Kerninflation. Sie sank von 2,5 auf 2,4 Prozent. Bei Dienstleistungen ging die Rate von 3,3 auf 3 Prozent zurück. Monserrat sieht deshalb derzeit keinen Euribor nahe 4 Prozent.

Balearen zahlen überdurchschnittlich viel

Für bestehende variable Hypotheken wird der Anstieg mit der nächsten vertraglich vorgesehenen Anpassung spürbar. Bei 100.000 Euro Restschuld, 25 Jahren Laufzeit und einem Zinssatz von Euribor plus 1 Prozent rechnet Monserrat mit etwa 45 Euro mehr pro Monat.

Die zuletzt vom INE ausgewiesene durchschnittliche Wohnhypothek in Spanien beträgt 178.365 Euro. In diesem Beispiel steigt die monatliche Rate von 856 auf 934 Euro. Das sind 78 Euro mehr im Monat und 936 Euro im Jahr.

Auf den Balearen liegt die durchschnittliche Hypothek mit 314.623 Euro erheblich höher. Die beispielhafte Rate erhöht sich dadurch von 1.511 auf 1.648 Euro. Haushalte müssten somit 137 Euro zusätzlich im Monat oder 1.644 Euro im Jahr aufbringen.

Auch neue Immobilienkredite betroffen

Die Folgen beschränken sich nicht auf laufende Verträge mit variablem Zins. Höhere Marktzinsen verteuern auch neue Finanzierungen. Banken könnten zudem die Zahlungsfähigkeit von Antragstellern strenger prüfen.

Das erschwert es Familien, die benötigte Summe für einen Immobilienkauf zu erhalten. Wie stark eine konkrete Rate steigt, hängt jedoch von der Restschuld, der verbleibenden Laufzeit, dem vereinbarten Aufschlag und dem Zeitpunkt der Zinsanpassung ab.

Bedeutung für Eigentümer und Käufer

Kreditnehmer mit variablem Zinssatz sollten prüfen, wann ihre nächste Anpassung ansteht. Eine Kalkulation mit einem Euribor von mindestens 3 Prozent zeigt, ob das Haushaltsbudget genügend Spielraum bietet.

Falls die höhere Rate nicht tragbar ist, empfiehlt der Hypothekenanalyst Miquel Riera ein frühzeitiges Gespräch mit der Bank. Denkbare Optionen sind ein Wechsel zum Festzins oder eine längere Laufzeit zur Senkung der monatlichen Belastung. Beide Lösungen können allerdings zusätzliche Kosten oder insgesamt höhere Zinszahlungen verursachen.

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 02. September 2026

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