E.-coli-Nachweis: Málaga sperrt sechs Strände für Badegäste
Nach starkem Regen gilt an sechs Stränden von Málaga ein Badeverbot. Mischkanäle und Feuchttücher verschärfen die Probleme im Abwassernetz.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Die Stadt Málaga hat sechs Strände vorübergehend für das Baden gesperrt. Betroffen sind Campo de Golf-San Julián, Guadalmar, La Misericordia, Sacaba, San Andrés und El Palo.
Wasserproben der kommunalen Wassergesellschaft Emasa wiesen dort das Bakterium Escherichia coli nach. Die Stadt ließ rote Flaggen hissen. Die Lokalpolizei holte Badegäste teilweise aus dem Wasser.
Die Werte lagen punktuell über den Vorgaben des Real Decreto 1341/07 zur Qualität von Badegewässern. Weitere Analysen sollen zeigen, wann die Sperren wieder aufgehoben werden können.
Starkregen überlastete das Kanalnetz
Auslöser war ein Unwetter in der Nacht zum Samstag, 15. August. Nach Angaben der staatlichen Wetterbehörde Aemet fielen am Flughafen 18,5 Liter Regen pro Quadratmeter. Davon kamen 14 Liter innerhalb von weniger als einer Stunde herunter.
In Teilen Málagas fließen Regenwasser und Abwasser durch dieselben Leitungen. Bei starken Niederschlägen kann das System seine Kapazitätsgrenze erreichen. Dann wird Mischwasser über Entlastungen ins Meer geleitet.
Ohne diese Auslässe könnte verschmutztes Wasser aus Straßengullys, Toiletten und Hausabflüssen austreten. Auch Kläranlagen, Pumpen und andere technische Einrichtungen wären durch die zusätzliche Wassermenge gefährdet.
Feuchttücher verschärfen die Verstopfungen
Die zuständige Stadträtin Penélope Gómez nennt weggeworfene Feuchttücher als einen wichtigen zusätzlichen Faktor. Sie verstopfen Leitungen und können die Menge des austretenden Abwassers erhöhen. Das gilt auch für Produkte, die als biologisch abbaubar beworben werden.
In Málaga werden jährlich mehr als 2.300 Tonnen solcher festen Abfälle aus dem Kanalnetz entfernt. Reinigung und Beseitigung kosten die Stadt knapp zwei Millionen Euro pro Jahr.
Feuchttücher lagern sich häufig am Boden der Leitungen ab. Bei Starkregen werden sie mitgerissen, verklumpen und blockieren Engstellen. Gelangen sie ins Meer, bauen sie sich dort nicht kurzfristig ab.
Wiederholte Sperren an der Costa del Sol
Die aktuellen Badeverbote sind nicht die ersten der Saison. Am 23. Juli sperrte Málaga Teile der Strände Pedregalejo bei Las Acacias und El Palo bei Casa Pedro. Auch dort wurden coliforme Bakterien festgestellt.
Ende Juli waren in Marbella die Strände Los Monteros und El Cable-Río Real betroffen. Zu Jahresbeginn beschädigte eine Dana das Abwassersystem in Málaga. Der Strand Campo de Golf in Guadalmar blieb deshalb bis nach Ostern gesperrt. Zeitweise gab es auch Auswirkungen auf Los Álamos in Torremolinos.
In Benalmádena wurden zuletzt mehrere Strandabschnitte zwischen Las Gaviotas und Bil-Bil schrittweise geschlossen. Badegäste hatten dort Hautreaktionen gemeldet. Ob biologische oder chemische Ursachen dahinterstecken, sollen Kontrollanalysen klären.
Stadt setzt auf Kontrollen und neue Infrastruktur
Die Wasserqualität wird von der Regionalregierung und den Gemeinden fortlaufend überprüft. Solange die erhöhten Werte bestehen, bleiben die roten Flaggen an den sechs Stränden gesetzt. Eine Wiedereröffnung ist erst nach unauffälligen Messergebnissen möglich.
Langfristig plant Málaga Regenrückhaltebecken und eine stärkere Trennung von Regen- und Schmutzwasserleitungen. Nach Darstellung von Gómez arbeitet das Abwassersystem grundsätzlich ordnungsgemäß. Das Problem entstehe vor allem dann, wenn in kurzer Zeit ungewöhnlich viel Regen fällt.
Bis die Infrastruktur erweitert ist, bleiben Entlastungen ins Meer bei extremen Niederschlägen Teil des Schutzsystems. Die Stadt appelliert zugleich an die Bevölkerung, Feuchttücher niemals über die Toilette zu entsorgen.
Quelle
Cadena SER – „Falta de infraestructuras y toallitas causan los vertidos que obligan a cerrar seis playas en Málaga“
https://news.google.com/rss/articles/CBMi3gFBVV95cUxQVGdiVkU5SGlNWGlEUXZhY2o0WElVaTB3MVZtSDF3RzYyMEN6bl9ybmFmOEs1ZEV1WjZMcThuTU9vdzhLUHRnQjk2dklvYzFybFY1QVFCLVpYR1dBYV9rSTdqYjRFckMtd0o4UDBBQU9Pb3hxVGtWOGVRRjYzd0s4Y1ljMjRYSHEtVmhBekJoY1c0UzIxOHZHUkd6d05ra0ZuXzBDZ3FxN1pKeVNuOGdub0VzeDMyUTVtSXFRTm5qb0VvYUFxZ25fQ21KcWZBMi1Hb05rbzF5RXNsU0FTT2fSAfIBQVVfeXFMTUJteWswLWYyMFJNNGlFWUF3dW5pM09TRDh0OXFRSHZ4bkVnUFUtdzYtelh0YzZRTDQ0dngtNGxfOTRSUDNaRFZGVV9uTGV5a0tEWmR0NjBCTGd3dlFDU181SFUwb1YwN0FyUXhHYW8yWG92ejhRelJ2dHdlOFJSczdJVUZNZTF2QkFRSjloZXJRQWV6WXpoTmJOZVV3SVUxOE9WZEg3VFV0enFPNGJtckl6aW1qdEZrc0JrZnhZUkd1dTF5cElmeXhxZWdsdHE2RFY5UVVVTzlnZzhlWlZDUjNvdXBOVlFPSHdMUXhsaEY4S0E?oc=5Redaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 18. August 2026
Unsere RedaktionsleitlinienDie Spanien-Woche – jeden Sonntag kostenlos im Posteingang
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