Diesel in Spanien deutlich teurer als Benzin – Entlastung kommt im September
Der starke Preisanstieg bei Gasöl löst eine automatische Steuerentlastung aus. Für Benzin bleibt es beim bisherigen Zeitplan.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Diesel ist an spanischen Tankstellen derzeit deutlich teurer als Benzin. Ein Liter Gasöl kostet im landesweiten Durchschnitt 1,822 Euro. Benzin liegt bei rund 1,703 Euro je Liter.
Der Abstand beträgt damit knapp zwölf Cent pro Liter. Seit der Zeit unmittelbar vor dem Sommer ist der Dieselpreis um mehr als 30 Cent gestiegen.

Die Entwicklung hat nun konkrete Folgen. Im September wird die Steuerentlastung für Diesel auf 20 Cent je Liter erhöht. Für Benzin bleibt es bei einem Nachlass von 5 Cent.
Warum Diesel derzeit stärker steigt
Auslöser ist der Energieschock infolge des Kriegs im Iran. Der Konflikt hat den Verkehr durch die Straße von Hormus beeinträchtigt. Vor Kriegsbeginn passierte rund ein Viertel des weltweit gehandelten Erdöls und Flüssiggases diese wichtige Seeroute.
Die Unsicherheit an den Energiemärkten hält länger an als von der spanischen Regierung zunächst erwartet. Der Preis für die Nordseesorte Brent bewegt sich laut den Berichten um 90 Dollar je Barrel. Dadurch verteuern sich Kraftstoffe, wobei Diesel derzeit besonders stark betroffen ist.
Zusätzlich lief im Juli die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe auf 10 Prozent aus. Gleichzeitig wurde die Entlastung bei der besonderen Kohlenwasserstoffsteuer schrittweise reduziert. Beide Faktoren trugen dazu bei, dass die Preise mitten in der sommerlichen Hauptreisezeit kräftig anzogen.
Diesel überschreitet die festgelegte Schwelle
Der spanische Verbraucherpreisindex für Juli bestätigt den außergewöhnlich starken Anstieg. Diesel verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat laut Statistikamt INE um 15,7 Prozent. Ein anderer Bericht nennt auf Basis derselben Entwicklung 15,6 Prozent.
Damit wurde die im Königlichen Gesetzesdekret 18/2026 festgelegte Schwelle von 15 Prozent überschritten. Im Juni hatte der jährliche Anstieg mit 14,11 Prozent noch knapp darunter gelegen.
Die Schutzklausel des staatlichen Maßnahmenpakets wird deshalb automatisch aktiviert. Statt des ursprünglich vorgesehenen Nachlasses von 5 Cent wird Diesel im September steuerlich um 20 Cent je Liter entlastet.
Benzin entwickelt sich moderater
Bei Benzin fällt der Preisanstieg bislang deutlich geringer aus. Der durchschnittliche Literpreis liegt bei etwa 1,703 Euro. Im Juli war Benzin 7,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.
Damit bleibt die Preisentwicklung weit unter der Schwelle von 15 Prozent. Für Benzin greift die zusätzliche Schutzklausel daher nicht. Der planmäßige Steuerrabatt von 5 Cent je Liter gilt im September weiter.
Der Unterschied erklärt, weshalb beide Kraftstoffarten trotz derselben allgemeinen Energiekrise unterschiedlich behandelt werden. Die zusätzliche Entlastung wird nur für den Kraftstoff gewährt, dessen jährlicher Preisanstieg die gesetzlich festgelegte Grenze überschreitet.
Entlastungspaket nähert sich seinem Ende
Die Regierung hatte Ende März ein erstes Maßnahmenpaket beschlossen. Es umfasste Steuererleichterungen bei Strom, Gas und Kraftstoffen sowie direkte Hilfen für den gewerblichen Transport. Ende Juni wurde das Paket verlängert und angepasst.
Die neue Fassung trat am 29. Juni in Kraft. Der Kongress bestätigte sie am 23. Juli. Vorgesehen war eine schrittweise Senkung des Rabatts auf die Kohlenwasserstoffsteuer: 15 Cent im Juli, 10 Cent im August und 5 Cent im September.
Die Juli-Daten waren allerdings die letzte vorgesehene Grundlage für die automatische Schutzklausel. Sollte die Teuerung im August erneut über 15 Prozent liegen, kann der Mechanismus nicht nochmals auf dieser Basis ausgelöst werden. Bei weiter steigenden Preisen müsste die Regierung vor Ende September ein drittes Maßnahmenpaket auflegen und dem Kongress vorlegen.
Bedeutung für Autofahrer und Residenten
Wer in Spanien einen Diesel fährt, soll ab September stärker entlastet werden. Gegenüber dem bisher geplanten Rabatt erhöht sich die Vergünstigung um 15 Cent je Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern entspricht das einem zusätzlichen Nachlass von 7,50 Euro.
Ob der Preis an der Zapfsäule tatsächlich im gleichen Umfang sinkt, hängt zugleich von der weiteren Entwicklung der Rohöl- und Großhandelspreise ab. Autofahrer sollten daher die angezeigten Literpreise vergleichen und nicht allein vom Steuerabschlag ausgehen.
Für Benzinfahrer ändert sich im September nichts am vorgesehenen Zeitplan. Ihr Rabatt bleibt bei 5 Cent je Liter, solange keine neuen Maßnahmen beschlossen werden.
Quelle
El País, El Mundo, elDiario.es – „¿Por qué se ha encarecido más el diésel que la gasolina?“
https://elpais.com/economia/2026-08-14/por-que-se-ha-encarecido-mas-el-diesel-que-la-gasolina.htmlRedaktion Spanienleben.de
Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.
Veröffentlicht am 14. August 2026
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