Ceuta: Spanien sagt Rückführung aller Migranten zu – Marokko erneuert Gebietsansprüche
Außenminister Albares kündigt in Ceuta an, alle Ende Juli irregulär eingereisten Menschen nach Marokko zurückzuführen. Gleichzeitig bekräftigt Rabat seine Ansprüche auf Ceuta und Melilla – Madrid weist das scharf zurück.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Zwei Wochen nach dem Massenandrang an der Grenze von Ceuta hat die spanische Regierung eine klare Linie gezogen: Alle Ende Juli irregulär eingereisten Menschen sollen nach Marokko zurückgeführt werden. Zeitgleich hat der alte Territorialstreit um Ceuta und Melilla neue Nahrung bekommen.
„Jede einzelne Person wird zurückgeschickt"
Außenminister José Manuel Albares sagte bei einem Besuch in der Exklave: „Jede einzelne Person, die irregulär nach Spanien eingereist ist, wird nach Marokko zurückgeschickt." Rabat sei bereit, seinen Staatsbürgern bei der Rückkehr zu helfen. Von der Zusage ausgenommen bleiben zwei Gruppen: Wer vor Krieg oder Verfolgung flieht, kann in Spanien Asyl beantragen. Unbegleitete Minderjährige werden zunächst von den örtlichen Behörden angehört, bevor über ihre Zukunft entschieden wird.

Wie viele Menschen sind überhaupt noch da?
Die Zahlen bleiben umstritten. Stadtpräsident Juan Jesús Vivas geht davon aus, dass sich noch bis zu 11.000 der im Juli angekommenen Menschen in Ceuta aufhalten. Die Zentralregierung erklärt dagegen, der Großteil sei bereits Anfang August nach Marokko zurückgekehrt; geblieben seien rund 2.000 Personen. Beim Ansturm zwischen dem 30. und 31. Juli erreichten nach offiziellen Angaben rund 72.000 Menschen die Exklave, mindestens 80 kamen ums Leben.
Marokko bringt den Status der Städte ins Spiel
Marokkos Justizminister Abdellatif Ouahbi bekräftigte im Sender Asharq TV die Gebietsansprüche seines Landes: Rabat bringe die Frage nach dem Status von Ceuta und Melilla in Verhandlungen mit Spanien stets zur Sprache, Ziel sei eine langfristige Lösung im Dialog.
Madrid wies das umgehend zurück. Verteidigungsministerin Margarita Robles sagte bei einem Besuch in Ceuta, die beiden Städte seien nicht nur spanisch, sondern „super-spanisch" und dürften nicht angetastet werden. Jeder Angriff auf Ceuta und Melilla sei ein Angriff auf ganz Spanien. Das Außenministerium erklärte gesondert, die territoriale Integrität Spaniens werde mit niemandem verhandelt.
Ein Streit mit langer Geschichte
Marokko betrachtet Ceuta und Melilla seit seiner Unabhängigkeit 1956 als besetzte Gebiete. Spanien verweist darauf, dass die Städte seit dem 15. beziehungsweise 17. Jahrhundert zum Staatsgebiet gehören; die heutigen Grenzen wurden 1860 nach dem Spanisch-Marokkanischen Krieg festgelegt. Beide Städte sind EU-Außengrenze, gehören aber nicht zum Zollgebiet der Union.
Was das für Reisende und Residenten bedeutet
An der Lage vor Ort ändert der diplomatische Schlagabtausch zunächst nichts. Die Fährverbindungen nach Ceuta laufen, die Grenzübergänge sind geöffnet. An den Kontrollpunkten muss aber weiterhin mit längeren Wartezeiten gerechnet werden – wer mit dem Auto übersetzt, sollte Zeitpuffer einplanen und Ausweisdokumente griffbereit halten.
Quelle
Deutschlandfunk – „Marokko erneuert Ansprüche auf Ceuta und Melilla“
https://www.deutschlandfunk.de/Redaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 13. August 2026
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