Ceuta nimmt fast 300 minderjährige Mädchen in die Jugendhilfe auf
Am Strand von Trampolín entsteht erneut ein provisorisches Lager. Die Regierung sucht weiter nach Unterkünften und muss sich im Parlament erklären.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Provisorische Hütten von Migranten am Strand von Trampolín in Ceuta
Inhaltsverzeichnis
Die Jugendhilfe in Ceuta nimmt fast 300 minderjährige Mädchen auf. Die Maßnahme ist Teil der Reaktion auf die schwere Migrationskrise in der spanischen Exklave in Nordafrika.
Gleichzeitig harren Hunderte Migranten am Strand von Trampolín aus. Dort ist nach einer Räumung erneut ein provisorisches Lager mit Hütten, Versorgungsständen und improvisierten Wasserleitungen entstanden.
Die Regierung steht wegen der fehlenden Unterkünfte unter Druck. Ministerpräsident Pedro Sánchez will sich am Donnerstag im Kongress zu den Entscheidungen seines Kabinetts äußern.
Fast 300 Mädchen brauchen Betreuung
Die fast 300 minderjährigen Mädchen sollen in das System der Jugendhilfe aufgenommen werden. Die Versorgung unbegleiteter Minderjähriger gehört zu den drängendsten Aufgaben während der Krise.
Am Montag sind dazu Auftritte der Gleichstellungsministerin Ana Redondo sowie der Ministerin für Jugend und Kindheit, Sira Rego, vorgesehen. Die Regierung muss erklären, wie Schutz, Unterbringung und Betreuung organisiert werden sollen.
Die Lage betrifft auch Familien mit Kindern. Am Ende des Strandes von Trampolín leben Eltern und Minderjährige, die zuvor unter freiem Himmel in den Hallen von Tarajal übernachtet hatten.
Neues Lager am Strand von Trampolín
Ein Einsatz unter Leitung des Migrationsministeriums hatte den Strand rund zehn Tage zuvor geräumt. Inzwischen stehen dort wieder mehrere Reihen von Behausungen direkt am Ufer.
Einfache Hütten aus Schilf und Streifen von Müllsäcken werden zunehmend durch stabilere Konstruktionen mit Paletten ersetzt. Zudem gibt es kleine Ausgabestellen für Essen und Kleidung, eine improvisierte Wasserversorgung und sogar einen Barbier.
Unter den Menschen am Strand sind auch Familien. Mohamed lebt dort mit seiner Frau Huda und den Kindern Janet, Imran und Taha. Imran ist sieben, Taha 14 Jahre alt. Nach Angaben des Vaters hatte die Familie Ceuta schwimmend erreicht, wobei die Minderjährigen Schwimmreifen benutzten.
Unterkünfte reichen nicht aus
Seit zehn Tagen hat die Regierung laut den Berichten keine zusätzlichen Plätze eröffnet. Migrationsministerin Elma Sáiz hatte zunächst 1.500 Betten angekündigt. Schließlich wurden 1.800 Plätze an zwei Standorten bereitgestellt.
Sáiz schloss eine Ausweitung auf 4.000 Plätze nicht aus. Weitere Einrichtungen wurden bislang jedoch nicht eröffnet. Als zentrales Problem gilt die Auswahl geeigneter Standorte.
Nach Angaben aus den Ministerien seien die nächsten Orte inzwischen mit der Regierung von Ceuta abgestimmt. Krisenkoordinator Ángel Víctor Torres besuchte sie am vergangenen Wochenende. Einen Termin für die Inbetriebnahme nennt die Regierung noch nicht.
Auch vor dem Auffangbereich Loma Colmenar warten immer mehr Menschen. Es ist unklar, ob dort weitere Militärbetten aufgestellt werden. Dutzende schlafen weiterhin in Winkeln und Nischen eines Viertels nahe der Grenze von Tarajal.
CETI mit rund 700 Bewohnern
Im Zentrum für den vorübergehenden Aufenthalt von Migranten, dem CETI, schlafen derzeit rund 700 Menschen. Die Einrichtung dient eigentlich als Zwischenstation, bevor Personen in andere Regionen Spaniens gebracht werden.
Nach Angaben aus Polizeikreisen finden solche Verlegungen derzeit nicht statt. Dadurch bleiben Bewohner länger im Zentrum, während außerhalb weiterhin Unterkünfte fehlen.
Wie viele Migranten sich noch in Ceuta befinden, ist umstritten. Anwohner bezweifeln eine Zahl von 5.000. Der Präsident der autonomen Stadt, Juan Jesús Vivas, nennt 10.000.
Sánchez äußert sich zur Krise
Pedro Sánchez eröffnet die politische Saison mit einem Interview in der Sendung „Hoy por Hoy“ bei Cadena SER. Am Donnerstag soll er im Kongress Rechenschaft über die Maßnahmen der Regierung ablegen.
Die parlamentarischen Auftritte folgen auf eine weitere angespannte Nacht. Demonstranten versammelten sich vor der Vertretung der Zentralregierung und forderten den Rücktritt von Miguel Ángel Pérez Triano. Dabei riefen sie „Ceuta no se vende“ – Ceuta steht nicht zum Verkauf.
In der Stadt treffen große Unsicherheit und unterschiedliche Ängste aufeinander. Einwohner berichten von einem zunehmenden Gefühl der Unsicherheit. Zugleich verstecken sich Migranten aus Sorge vor möglichen Angriffen nachts im Schilf.
Quelle
El País, Cadena SER, La Vanguardia
https://elpais.com/espana/2026-08-31/ultima-hora-de-la-entrada-de-inmigrantes-a-ceuta-en-directo.htmlRedaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 31. August 2026
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