Barcelona: Familie kämpft seit über sechs Jahren um ihre Wohnung
Ein seit 2020 laufender Räumungsstreit im Eixample belastet Eigentümer und Nachbarn. Der für Juli geplante Gerichtstermin wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Eine Familie in Barcelona versucht seit mehr als sechs Jahren, eine vermietete Wohnung zurückzubekommen. Die Immobilie liegt in der Antiga Esquerra de l’Eixample, rund zehn Minuten von der Plaça Universitat entfernt.
Die Mieterin zahlt nach Angaben der Familie seit 2020 keine Miete mehr. Ein für den 9. Juli angesetzter Gerichtstermin wurde wegen Überlastung auf unbestimmte Zeit verschoben.

Nun fürchtet die Familie, dass auch die für Ende Oktober vorgesehene Räumung nicht stattfinden könnte. Sämtliche Vorwürfe und Angaben zum Verhalten der Mieterin stammen von Cristina, ihrer Familie und Bewohnern des Hauses.
Erste Probleme bereits im Jahr 2016
Cristinas Eltern hatten fünf Wohnungen gekauft. Sie sollten ihnen Einnahmen im Alter sichern und später an die Kinder vererbt werden. Laut Cristina lagen die verlangten Mieten stets unter dem geltenden Referenzwert.
Der erste Zahlungsausfall ereignete sich Mitte 2016. Nach einem Gerichtsverfahren beglich die Mieterin die offenen Beträge auf richterliche Anordnung. Cristinas Mutter ließ das Mietverhältnis danach weiterlaufen, weil sie von einem einmaligen Vorfall ausging.
Anfang 2020 beantragte die Familie schließlich die Räumung. Das Verfahren kam während der Corona-Pandemie zum Stillstand. Später sorgte ein Streik der Justizbediensteten für weitere Verzögerungen.
Neue Regeln verlängerten das Verfahren
Im Jahr 2023 senkte die katalanische Regierung die Schwelle für die Einstufung als Großvermieter von zehn auf fünf Wohnungen. Cristinas Mutter fiel damit unter diese Kategorie. Nach Darstellung der Familie verlangsamte dies die Räumung zusätzlich.
Die Mieterin erklärte gegenüber der Stadtverwaltung zudem, sie versorge einen Minderjährigen und befinde sich in einer schutzbedürftigen Lage. Cristina wirft den zuständigen Stellen vor, diese Angaben damals nicht überprüft zu haben. Nach ihrer Darstellung wurde die Frau erst rund zwei Jahre später schwanger.
Cristina berichtet außerdem, die Mieterin habe Geld für den freiwilligen Auszug verlangt. Die Familie habe eine solche Zahlung aus grundsätzlichen Erwägungen abgelehnt.
Nachbarn melden Konflikte im Haus
Seit der Pandemie beschweren sich laut Cristina auch Nachbarn über häufig wechselnde Besucher, Lärm und Bedrohungen. Einige Bewohner vermuten Drogenhandel und Prostitution in der Wohnung. Belege dafür nennt der Bericht nicht.
Die Mossos d’Esquadra seien mehrfach zum Gebäude gerufen worden. Bewohner geben zudem an, dass die Mieterin zwei Stellplätze nutze. Im Zusammenhang mit Konflikten in der Garage soll es zu Sachbeschädigungen an Fahrzeugen gekommen sein.
Im Jahr 2025 stellten Nachbarn nach eigenen Angaben eine unrechtmäßige Stromverbindung fest. Die Mieterin wurde jedoch freigesprochen. Sie habe erklärt, Miete und Stromkosten monatlich direkt an Cristinas Mutter zu zahlen.
Diese war bereits im Februar 2024 gestorben. Cristina führt ihren Tod auch auf den jahrelangen finanziellen und psychischen Druck zurück.
Bruder muss ein neues Verfahren beginnen
Das ursprüngliche Räumungsverfahren endete nach Angaben der Familie ohne eine Entscheidung, die eine Rückgabe der Wohnung ermöglicht hätte. Cristinas Bruder erbte die Immobilie und leitete deshalb ein neues Verfahren ein.
Die Wohnung sei sein einziger größerer Besitz. Er lebe derzeit bei seiner Schwester und verfüge nicht über ein hohes Einkommen. Trotzdem müsse er laut Mietvertrag weiterhin die Wasserrechnungen und Gemeinschaftskosten übernehmen.
Hinzu kommen Erbschaftskosten, die kommunale Wertzuwachssteuer und die Grundsteuer IBI. Nach Angaben der Familie bezieht die Mieterin zugleich das staatliche Mindesteinkommen Ingreso Mínimo Vital und den Sozialbonus.
Der neue Gerichtstermin war für den 9. Juli vorgesehen. Wegen zu hoher Arbeitsbelastung wurde er erneut und ohne Ersatztermin abgesagt. Sollte auch der Termin Ende Oktober scheitern, würde sich der Fall nach Cristinas Rechnung bereits dem siebten Jahr nähern.
Quelle
Metrópoli Abierta – „La familia de Cristina, desesperada tras sufrir más de seis años de inquiokupación en el centro de Barcelona: "La rabia y la impotencia son incalculables"“
https://metropoliabierta.elespanol.com/eixample/20260813/familia-cristina-desesperada-sufrir-anos-inquiokupacion-centro-barcelona-rabia-impotencia-incalculables/1003742786630_0.htmlRedaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 14. August 2026
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