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Aktuelle Nachrichten 19. August 2026

Balearen überschreiten Wasserlimit auf allen vier Inseln

Die Grundwasserreserven stehen unter wachsendem Druck. Besonders deutlich wird das Problem auf Formentera, Menorca und in einzelnen Gebieten Mallorcas.

Balearen überschreiten Wasserlimit auf allen vier Inseln

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

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Die Balearen verbrauchen mehr Grundwasser, als ihnen nach dem geltenden Wasserplan zusteht. Keine der vier Inseln bleibt innerhalb des vorgesehenen Volumens.

Für die städtische Versorgung und Wohnhäuser auf ländlichem Grund werden insgesamt 22 Kubikhektometer mehr entnommen. Mallorca überschreitet den Grenzwert um 8,5 Prozent, Ibiza um 15,4 Prozent, Menorca um 35,5 Prozent und Formentera um 70,8 Prozent.

Zugleich sind 36 der 88 Grundwasserkörper auf den Balearen in schlechtem Zustand. Das entspricht 40,9 Prozent und sind 7,6 Prozentpunkte mehr als im vorherigen Planungszyklus.

Reserven fallen auf 39 Prozent

Die Angaben stammen aus dem Bericht 2025 des Wasserobservatoriums der Balearen. Er vergleicht die für den Planungszeitraum 2028 bis 2033 geschätzten Entnahmen mit den Zuteilungen des derzeit geltenden Wasserplans 2022 bis 2027.

Im Juli lagen die Wasserreserven des Archipels bei 39 Prozent. Das waren sechs Prozentpunkte weniger als einen Monat zuvor.

Die Aliança per l’Aigua spricht von einer „chronischen Übernutzung der Grundwasserleiter“. Nach ihrer Einschätzung treiben vor allem die öffentliche Versorgung und der Wohnverbrauch auf ländlichem Grund die Entnahmen. Die Landwirtschaft liegt dagegen balearenweit 15,5 Prozent unter ihrer Zuteilung.

Nach den Zielen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie sollen Wasserpläne höchstens 80 Prozent der verfügbaren Ressourcen eines Grundwasserkörpers vergeben. Entnahmen oberhalb dieser Schwelle können nach Darstellung des Verbandes nicht auf natürliche Weise ausgeglichen werden.

Mallorca: Santanyí liegt besonders weit über dem Limit

Auf Mallorca standen die Reserven im Juli ebenfalls bei 39 Prozent. Für diesen Monat war es der niedrigste Wert seit 2016. Von den 64 Grundwasserkörpern der Insel werden 34 stärker beansprucht, als es der Wasserplan vorsieht.

In absoluten Zahlen weist Pont d’Inca die größte Überschreitung auf. Der für Palma und das Umland wichtige Grundwasserkörper liegt 2,29 Kubikhektometer über seiner Zuteilung. Relativ betrachtet ist Santanyí der deutlichste Fall: Dort werden 131 Prozent mehr als das zugeteilte Volumen entnommen.

Besonders niedrige Reserven melden die Gebiete Pla und Artà. Son Real liegt bei 20,9 Prozent, Sant Llorenç bei 36,8 Prozent und Son Servera bei 39,2 Prozent.

Die öffentliche Versorgung verursacht 55,6 Prozent des mallorquinischen Verbrauchs. Weitere 22,4 Prozent entfallen auf verstreute Wohnbebauung im ländlichen Raum.

Hohe Verluste in Mallorcas Leitungsnetzen

Auch undichte Versorgungsnetze verschärfen die Lage. 41 der 52 Gemeinden Mallorcas überschreiten das für 2027 festgelegte Ziel von höchstens 17 Prozent Wasserverlust.

Campos steht mit 67,2 Prozent an der Spitze. Danach folgen Esporles mit 58,7 Prozent, Maria de la Salut mit 52,8 Prozent, Artà mit 52,7 Prozent und Ariany mit 51,2 Prozent.

Der Wasserverband fordert eine schnellere Erneuerung der Leitungen. Außerdem sollen die Entsalzungsanlagen auf Mallorca und Menorca stärker genutzt werden.

Ibiza: Wohnverbrauch auf Landgrundstücken steigt stark

Auf Ibiza lagen die Reserven bei 42 Prozent. Zwölf der 16 Grundwasserkörper überschreiten ihre Zuteilung. Cala Tarida liegt relativ betrachtet 184 Prozent über dem vorgesehenen Volumen.

Besonders auffällig ist der Verbrauch von Wohnhäusern im ländlichen Raum. Er ist seit 2011 um 62,5 Prozent gestiegen und macht inzwischen 37,7 Prozent der gesamten Entnahmen aus. Die öffentliche Versorgung kommt auf 42,2 Prozent und ist seit 2011 um 3,4 Prozent gesunken.

Die landwirtschaftliche Entnahme nahm zwischen 2018 und 2023 um 83,1 Prozent zu. Der Verband vermutet, dass ein Teil des als landwirtschaftlich deklarierten Wassers tatsächlich von Wohnhäusern genutzt wird.

Bedeutung für Bewohner und Gemeinden

Die Zahlen erhöhen den Druck auf Gemeinden, Leitungsverluste zu senken und die Wasserversorgung stärker an den verfügbaren Ressourcen auszurichten. Die Aliança per l’Aigua verlangt zudem Grenzen für das Bauwachstum und eine Rücknahme der sogenannten Omnibus-Gesetzgebung.

Für Haushalte wurden in dem Bericht keine neuen Einschränkungen angekündigt. Die niedrigen Reserven und die Übernutzung zeigen jedoch, dass sparsamer Verbrauch besonders in trockenen Monaten wichtig bleibt.

Quelle

Ara Balears, Cadena SER – „Les Balears al límit: totes les illes consumeixen més aigua de l'assignada“

https://www.arabalears.cat/societat/balears-queden-queden-marge-totes-illes-consumeixen-mes-aigua-tenen-assignada_1_5826801.html

Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 19. August 2026

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