39 Badetote auf den Kanaren – sechs Todesfälle auf Gran Canaria
Von Januar bis Juli 2026 starben auf den Kanaren 39 Menschen bei Badeunfällen. Besonders häufig geschahen tödliche Unfälle trotz Warnungen vor hohem Wellengang.

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Auf den Kanaren sind von Januar bis Juli 2026 insgesamt 39 Menschen ertrunken. Das waren 30 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025, als 30 Todesfälle registriert wurden.
Gran Canaria verzeichnete sechs Todesopfer. Inselweit waren in den ersten sieben Monaten des Jahres 129 Menschen von Unfällen an Küsten oder in anderen Badebereichen betroffen.

Besonders auffällig ist der Zusammenhang mit amtlichen Küstenwarnungen. Mehr als die Hälfte der Todesopfer ging trotz einer Vorwarnung oder Warnung vor gefährlichen Meeresbedingungen ins Wasser.
Juli war bislang der unfallreichste Monat
Allein im Juli ereigneten sich 32 Badeunfälle auf dem Archipel. Acht Menschen starben, vier wurden schwer und neun mittelschwer verletzt. Sieben Personen erlitten leichte Verletzungen, vier weitere konnten unverletzt gerettet werden.
Damit war der Juli der bislang unfallreichste Monat des Jahres. Im Januar waren 25 Menschen betroffen, darunter sieben Todesopfer. Im Februar wurden 15 Betroffene und ebenfalls sieben Tote gezählt.
Über den gesamten Zeitraum gab es neben den 39 Todesfällen zwölf Betroffene in kritischem Zustand. Weitere 17 Menschen wurden schwer, 19 mittelschwer und 19 leicht verletzt. 23 Personen kamen nach ihrer Rettung ohne Verletzungen davon.
Viele Unfälle trotz Küstenwarnungen
Nach den vorliegenden Daten gingen 20 der 39 späteren Todesopfer während einer aktiven Vorwarnung oder Warnung der kanarischen Regierung ins Meer. Insgesamt betraf dies 54 der 129 Menschen, die in einen Wasserunfall gerieten.
Die Vereinigung „Canarias, 1500 Km de Costa“ sieht darin einen erneuten Hinweis auf riskantes Verhalten als wesentliche Unfallursache. Gefährlich sind nicht nur hohe Wellen. Auch Rückströmungen können Badende schnell vom Ufer wegziehen.
Strände waren mit 63 Prozent der Fälle der häufigste Unfallort. Weitere Ereignisse entfielen auf Häfen und Küstenbereiche, Schwimmbäder sowie Naturschwimmbecken.
Fünf minderjährige Todesopfer
Unter den Verstorbenen waren fünf Minderjährige. Insgesamt waren 19 Kinder und Jugendliche von Wasserunfällen betroffen. Neben den fünf Todesfällen gab es fünf Schwerverletzte, vier mittelschwer und zwei leicht Verletzte. Drei Minderjährige wurden unverletzt gerettet.
Zwei Kinder starben im Juli. Eine vierjährige Französin ertrank im Pool eines touristischen Betriebs in Puerto del Carmen auf Lanzarote. Die zwölfjährige Fabiola Mbulito wurde an der Playa de La Laja in Las Palmas de Gran Canaria von einer Rückströmung erfasst und überlebte nicht.
Die meisten Todesopfer waren Männer. Ihr Anteil lag bei 67 Prozent beziehungsweise 26 Fällen. Frauen machten mit 13 Todesfällen 33 Prozent aus. Damit verschiebt sich das langjährige Verhältnis von 85 zu 15 deutlich.
Tenerife mit den meisten Todesfällen
Tenerife verzeichnete bis Ende Juli mit 15 die meisten Badetoten. Es folgten Fuerteventura mit neun und Gran Canaria mit sechs. Auf El Hierro und Lanzarote starben jeweils drei Menschen, auf La Gomera zwei und auf La Palma eine Person. Auf La Graciosa wurde kein Todesfall registriert.
Mehr als die Hälfte der Verstorbenen waren Badende. Weitere Opfer stürzten nach einem Wellenschlag oder Ausrutschen von Molen, Klippen oder Promenaden ins Wasser. Auch Fischer und Taucher kamen ums Leben.
17 Todesopfer stammten aus dem Ausland. Unter ihnen waren drei Deutsche, zwei Briten und jeweils eine Person aus Frankreich, den USA, Venezuela, Belgien, Norwegen, Italien, den Niederlanden und Äquatorialguinea. Bei 19 Fällen lagen keine Angaben zum Herkunftsland vor.
Bedeutung für Urlauber und Residenten
Vor dem Baden sollte stets geprüft werden, ob eine Küstenwarnung gilt und welche Flagge am Strand weht. Bei roter Flagge darf das Wasser nicht betreten werden. Auch bei ruhigem Eindruck können Strömungen und plötzlich auftretende Wellen lebensgefährlich sein.
Unbewachte Buchten, Felsküsten, Molen und Naturschwimmbecken verlangen besondere Vorsicht. Kinder sollten am und im Wasser ohne Unterbrechung beaufsichtigt werden. Wer in eine Rückströmung gerät, sollte nicht direkt gegen sie anschwimmen, sondern sich parallel zum Ufer aus ihrem Bereich bewegen und Hilfe signalisieren.
Quelle
Canarias Ahora (elDiario.es) – „Las muertes por ahogamiento crecen un 30% en Canarias hasta julio, con 39 fallecimientos“
https://www.eldiario.es/canariasahora/sociedad/muertes-ahogamiento-crecen-30-canarias-julio-39-fallecimientos_1_13422656.htmlRedaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 01. August 2026
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