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Ceuta: 74 Migranten in Wohnung entdeckt – Guardia Civil durchsucht Räume zweier Hilfsgruppen

Von Redaktion Spanienleben.de
Weiße Häuser in einer abschüssigen Gasse einer nordafrikanisch geprägten Küstenstadt in der Dämmerung (KI-generierte Illustration)

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis
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Die Nationalpolizei hat in Ceutas Viertel El Príncipe 74 Migranten in einer überfüllten Wohnung gefunden, darunter zehn Minderjährige; ein Mann wurde als mutmaßlicher Kopf einer Schleuserbande festgenommen. In einem getrennten Verfahren durchsuchte die Guardia Civil die Räume von No Name Kitchen und Brigadas de Apoyo Mutuo und nahm zwei Aktivisten fest.

Bei beiden Vorgängen handelt es sich um getrennte Ermittlungen unterschiedlicher Behörden. Ein Zusammenhang zwischen ihnen ist in den Quellen nicht belegt. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

El Príncipe: 74 Menschen in einer Wohnung

Bei einem Einsatz am Dienstag, 20. Oktober, hat die Nationalpolizei in einem Gebäude im Viertel El Príncipe 74 Migranten ohne gültigen Aufenthaltsstatus angetroffen: 54 Männer, 10 Frauen und 10 unbegleitete Minderjährige. Sie lebten nach Polizeiangaben unter beengten und prekären Bedingungen. Die Minderjährigen könnten Opfer körperlicher Übergriffe geworden sein, darunter Verletzungen durch Hundebisse (La Vanguardia).

Festgenommen wurde ein Mann aus Ceuta, den die Polizei für den Hauptverantwortlichen einer kriminellen Organisation hält. Ermittelt wird wegen mutmaßlicher Beihilfe zur illegalen Einwanderung, Delikten gegen Arbeitnehmerrechte, Körperverletzung und Ausbeutung. Die Ermittler prüfen, ob die Migranten für Arbeiten eingesetzt wurden und die Bande ihre Notlage ausnutzte. Laut Polizei sollten die Menschen dort auf eine Gelegenheit zur irregulären Weiterreise aufs Festland warten. Am Donnerstag wurde der Festgenommene dem Ermittlungsrichter vorgeführt (La Vanguardia).

Die Polizei ordnet den Fund in den Kontext der Räumung der Lager am Strand Benítez und am Trampolín ein: Ein Teil der Menschen sei danach in andere Stadtteile ausgewichen, darunter El Príncipe. Zu den Räumungen berichtete Spanienleben bereits über den Trampolín-Strand und das Lager El Guano.

Getrennter Vorgang: Durchsuchungen bei No Name Kitchen und Brigadas de Apoyo Mutuo

Am Donnerstag, 22. Oktober, hat die Guardia Civil mit richterlichem Beschluss das Gebäude, in dem Mitglieder der Organisation No Name Kitchen leben, und die Halle der Gruppe Brigadas de Apoyo Mutuo in den Bereichen Almadraba und Tarajal durchsucht. Bei den Durchsuchungen gab es keine Festnahmen; Stunden später wurden nach Angaben der Guardia Civil zwei Aktivisten festgenommen, ein Mann in Ceuta und eine Frau in Valencia. Ihnen wird Anstiftung zur Gewalt und Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen (elDiario.es).

Laut dem Gerichtsbeschluss, den elDiario.es einsehen konnte, gibt es in diesem frühen Ermittlungsstadium Hinweise, dass in den Räumen gefährliche Gegenstände und möglicherweise Betäubungsmittel aufbewahrt und verteilt worden sein könnten. Ein Zeuge gibt an, eine Person habe ihm ein Messer übergeben; andere sprechen von Pfefferspray und Stichwaffen. Die Ermittlungen laufen seit August; nach Angaben der Guardia Civil beschleunigte sie ein Vorfall vom vergangenen Sonntag, als ein Migrant in einem Polizeibus Pfefferspray einsetzte (elDiario.es).

No Name Kitchen weist die Vorwürfe als „Falschmeldung“ zurück und spricht von Unregelmäßigkeiten beim Einsatz und einer „Kampagne der Kriminalisierung“: Beamte hätten die Tür aufgebrochen, Freiwillige seien zu Boden gebracht und gefesselt worden. Die Gruppen verteilen in Ceuta Essen, versorgen verletzte Migranten und dokumentieren mutmaßliche Übergriffe von Sicherheitskräften. Eine gerichtliche Bewertung der Vorwürfe gibt es bisher nicht.

Einordnung

Beide Ermittlungen fallen in die Zeit nach der Masseneinreise Ende Juli und den anschließenden Räumungen. Weitere Hintergründe zu Schutzanträgen und den Vorwürfen gegen Soldaten stehen im Artikel zu internationalem Schutz und laufenden Gerichtsverfahren in Ceuta.

Quelle

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Redaktion Spanienleben.de

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Veröffentlicht am 23. Oktober 2026

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