Barcelona: Kreuzfahrtgäste auf Tagesbesuch sollen bis 2030 deutlich mehr zahlen

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Barcelona hat die stufenweise Erhöhung seines Touristensteuer-Zuschlags für Kreuzfahrtgäste auf kurzem Zwischenstopp vorläufig gebilligt. Für Aufenthalte von weniger als zwölf Stunden soll der kommunale Anteil von derzeit 5 Euro auf 12 Euro im Jahr 2027 und 24 Euro im Jahr 2030 steigen. Zusammen mit der Abgabe der Generalitat wären damit 18 beziehungsweise 30 Euro fällig. Endgültig beschlossen ist die Regelung noch nicht.
Barcelona billigt höhere Abgabe vorläufig
Die außerordentliche Wirtschafts- und Finanzkommission der Stadt Barcelona hat am 22. September 2026 eine deutliche Erhöhung des kommunalen Zuschlags auf die Touristensteuer für bestimmte Kreuzfahrtgäste vorläufig gebilligt. Betroffen sind Passagiere, deren Schiff in Barcelona einen Zwischenstopp einlegt und die weniger als zwölf Stunden in der Stadt verbringen.
Der städtische Anteil soll stufenweise von derzeit 5 Euro auf 12 Euro im Jahr 2027 steigen. Für 2028 sind 16 Euro, für 2029 dann 20 Euro und ab 2030 schließlich 24 Euro vorgesehen. Die Stadt will damit gezielt jene Form des Kreuzfahrttourismus stärker belasten, bei der Gäste nur wenige Stunden in Barcelona bleiben.
Wichtig ist der Verfahrensstand: Die Zustimmung in der Kommission ist noch keine endgültige Verabschiedung. Die abschließende politische Debatte im Plenum steht aus. Zudem wurden Einsprüche beziehungsweise Änderungsanträge angekündigt. Reisende und Reedereien sollten die genannten Beträge deshalb als vorläufig geplante Sätze und nicht als bereits geltende Zahlungspflicht einordnen.
Wer wie viel zahlen soll
Der von der Kommission gebilligte Stufenplan betrifft den kommunalen Zuschlag Barcelonas. Daneben fällt für die erfassten Kreuzfahrtgäste die Touristensteuer der katalanischen Regionalregierung, der Generalitat, in Höhe von 6 Euro an. Beide Bestandteile ergeben zusammen die voraussichtliche Gesamtbelastung.
- 2027: 12 Euro städtischer Zuschlag plus 6 Euro der Generalitat, insgesamt 18 Euro
- 2028: 16 Euro städtischer Zuschlag plus 6 Euro der Generalitat, insgesamt 22 Euro
- 2029: 20 Euro städtischer Zuschlag plus 6 Euro der Generalitat, insgesamt 26 Euro
- 2030: 24 Euro städtischer Zuschlag plus 6 Euro der Generalitat, insgesamt 30 Euro
Die Staffelung verdeutlicht zugleich, dass die häufig genannte Summe von 24 Euro nur Barcelonas geplanten kommunalen Anteil für 2030 bezeichnet. Unter Einbeziehung der regionalen Abgabe wären für einen erfassten Passagier insgesamt 30 Euro zu zahlen. Voraussetzung bleibt, dass die Regelung das weitere Verfahren erfolgreich durchläuft und in der vorgesehenen Form in Kraft tritt.
Zwischenstopp ja, Heimathafen nein
Entscheidend ist nicht allein, dass jemand mit einem Kreuzfahrtschiff nach Barcelona kommt. Die Erhöhung richtet sich ausdrücklich an Kreuzfahrtgäste auf einem Zwischenstopp, die weniger als zwölf Stunden in der Stadt verbringen. Für sie würde der Tagesbesuch ab 2027 erheblich teurer.
Ausgenommen sind dagegen Kreuzfahrten, für die Barcelona als Heimathafen dient. Wer seine Reise dort beginnt oder beendet, fällt nach den vorliegenden Angaben nicht unter diese spezielle Erhöhung für kurzzeitige Zwischenstopps. Das ist für deutschsprachige Reisende bei der Buchung bedeutsam: Ein Tageshalt auf einer laufenden Route wird steuerlich anders behandelt als eine Kreuzfahrt, die in Barcelona startet oder endet.
Welche Abgaben bei einem Aufenthalt daneben im Einzelnen entstehen, hängt von der Reiseform und den dann gültigen Regeln ab. Urlauber sollten daher in ihren Buchungsunterlagen prüfen, ob Barcelona lediglich angelaufen wird oder als Basishafen ausgewiesen ist. Informationen zur Stadt und ihrem Umland finden sich auch im Bereich Costa Brava und Barcelona.
Stadt rechnet mit deutlich höheren Einnahmen
Nach Berechnungen des Rathauses könnte die städtische Einnahme aus dem Zuschlag von derzeit rund 4,5 Millionen Euro auf etwa 9,2 Millionen Euro im Jahr 2027 steigen. Für 2028 werden rund 14,3 Millionen Euro, für 2029 etwa 18,3 Millionen Euro und für 2030 rund 22,3 Millionen Euro erwartet. Im Jahr 2031 sollen die Einnahmen annähernd 24 Millionen Euro erreichen.
Diese Projektionen beruhen nach Angaben der Berichterstattung auf der gegenwärtigen Zahl der betroffenen Gäste. Sie sind daher keine garantierten Einnahmen. Gerade die politische Zielsetzung könnte dazu führen, dass sich das Reiseaufkommen verändert. Jordi Valls, stellvertretender Bürgermeister für Wirtschaft und Tourismus, erklärte, die Zahl dieser Kurzzeit-Kreuzfahrtgäste solle in den kommenden Jahren „gegen null“ tendieren.
Die Abgabe dient damit nicht nur der Finanzierung städtischer Aufgaben. Sie soll nach dem Willen der Stadtregierung auch eine lenkende Wirkung entfalten und kurze Kreuzfahrtbesuche weniger attraktiv machen. Aktuelle politische und touristische Entwicklungen aus Barcelona und Spanien bündelt Spanienleben.de unter Nachrichten.
So kam die politische Mehrheit zustande
Für die stufenweise Erhöhung stimmten die sozialdemokratische PSC sowie Junts und ERC. Barcelona en Comú, die konservative PP und die rechtsgerichtete Vox votierten dagegen. Die Ablehnung von Barcelona en Comú richtete sich dabei nicht grundsätzlich gegen eine höhere Belastung. Die Gruppierung forderte vielmehr, den kommunalen Zuschlag bereits 2027 unmittelbar auf 24 Euro anzuheben, statt ihn bis 2030 schrittweise zu erhöhen.
Die Unterstützung von Junts und ERC war mit Vereinbarungen über die Verwendung eines Teils der zusätzlichen Einnahmen verbunden. Nach der Absprache mit Junts sollen Mittel in Maßnahmen gegen Hitze fließen. Genannt wurden Schattenpläne, zusätzliche Bäume und Trinkbrunnen beziehungsweise kühlere Bereiche im Umfeld von Schulen.
Mit ERC wurden Mittel für Bildungs- und Freizeitangebote vereinbart. Vorgesehen sind Programme zur schulischen Förderung sowie Unterstützung für außerschulische Aktivitäten. Diese politischen Absprachen erklären die Mehrheit in der Kommission, ersetzen aber nicht das noch ausstehende weitere Beschlussverfahren.
Hotel-Grundsteuer scheitert vorerst
Parallel zur Kreuzfahrtabgabe beriet die Kommission über eine höhere Grundsteuer für die 208 Hotels mit dem höchsten Katasterwert. Die sogenannte IBI sollte für diese Betriebe von 1,17 auf 1,30 Prozent steigen. Anders als der Zuschlag für kurze Kreuzfahrtaufenthalte fand dieser Vorschlag jedoch keine Mehrheit.
Für die Anhebung stimmten PSC und ERC. Junts, PP und Vox votierten dagegen, Barcelona en Comú enthielt sich. Damit bleibt die geplante stärkere Belastung der betreffenden Hotels offen. Aus dem ursprünglichen Vorhaben, sowohl große Hotels als auch kurzzeitig anlegende Kreuzfahrtschiffe stärker zu belasten, ist somit zunächst nur der Kreuzfahrtteil in der Kommission vorangekommen.
Für Hotelgäste ergibt sich aus dieser Sitzung folglich keine beschlossene neue Belastung über die IBI. Zudem wäre die Grundsteuer zunächst eine Abgabe der Immobilieneigentümer beziehungsweise Steuerpflichtigen; ob und wie sich eine Veränderung auf Übernachtungspreise auswirken würde, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten.
Was Reisende jetzt beachten sollten
Wer 2027 eine Mittelmeer-Kreuzfahrt mit einem kurzen Halt in Barcelona plant, sollte bei der Reisekalkulation vorläufig mit einer möglichen Gesamtbelastung von 18 Euro je erfasstem Gast rechnen. Für 2030 wären es nach dem gebilligten Stufenplan 30 Euro. Diese Summen setzen sich aus dem geplanten städtischen Zuschlag und den genannten 6 Euro der Generalitat zusammen.
Noch handelt es sich jedoch nicht um endgültig geltendes Recht. Das Plenum muss sich mit der Vorlage befassen; anschließend können weitere Verfahrensschritte und Änderungen folgen. Einsprüche sind bereits angekündigt. Auch die jährliche Umsetzung der Staffelung bleibt an die jeweiligen Beschlüsse gebunden.
Reisende sollten deshalb vor der Abfahrt die Angaben ihrer Reederei oder ihres Veranstalters kontrollieren. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem Zwischenstopp von weniger als zwölf Stunden und Barcelona als Heimathafen. Nur die erste Gruppe ist von der hier behandelten Erhöhung erfasst.
Einordnung und Fazit
Barcelona konkretisiert damit seinen Kurs, touristische Kurzaufenthalte stärker an den Kosten für die Stadt zu beteiligen und zugleich zu begrenzen. Anders als noch wenige Tage zuvor liegen nun konkrete Beträge, eine zeitliche Staffelung und eine definierte Zielgruppe vor. Der Zuschlag soll sich von 5 Euro auf 24 Euro nahezu verfünffachen; einschließlich der regionalen Abgabe steigt die vorgesehene Gesamtbelastung bis 2030 auf 30 Euro.
Für Tagesgäste von Kreuzfahrtschiffen ist das eine relevante Änderung, für Heimathafen-Passagiere gilt diese spezielle Erhöhung dagegen nicht. Politisch ist das Vorhaben einen wichtigen Schritt weiter, aber noch nicht abgeschlossen. Bis zur endgültigen Entscheidung bleibt daher die präzise Formulierung entscheidend: Barcelona will die Abgabe ab 2027 anheben, verbindlich beschlossen ist der gesamte Stufenplan mit Stand 23. September 2026 noch nicht.
Quelle
Metrópoli Abierta – „Collboni propone subir la fiscalidad a hoteles de lujo en el proyecto de aprobación de las Ordenanzas Fiscales de 2027“
https://metropoliabierta.elespanol.com/informacion-municipal/20260918/collboni-propone-subir-fiscalidad-hoteles-lujo-proyecto-aprobacion-ordenanzas-fiscales/1002505749330_0.htmlEuropa Press – „Barcelona aprueba subir progresivamente la tasa a cruceristas de escala hasta los 24 euros en 2030“
https://www.europapress.es/catalunya/noticia-barcelona-aprueba-subir-progresivamente-tasa-cruceristas-escala-24-euros-2030-20260922151738.htmlEl Periódico – „Barcelona consensúa la subida del recargo a los cruceristas y deja en el aire el incremento del IBI a 208 hoteles“
https://www.elperiodico.com/es/barcelona/20260922/barcelona-impuestos-subida-turistas-recargo-cruceristas-ibi-hoteles-134549475La Vanguardia – „Collboni saca adelante el incremento del recargo a cruceristas fugaces con apoyo de ERC y Junts“
https://www.lavanguardia.com/local/barcelona/20260922/11641156/collboni-saca-adelante-incremento-recargo-cruceristas-fugaces-apoyo-erc-junts.htmlelEconomista – „Barcelona subirá la tasa a los cruceristas de escala hasta los 24 euros en 2030“
https://www.eleconomista.es/transportes-turismo/noticias/14015773/09/26/barcelona-subira-la-tasa-a-los-cruceristas-de-escala-hasta-los-24-euros-en-2030.html
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Veröffentlicht am 19. September 2026
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