Alicante: Mieten fast verdoppelt, Eigentümer halten Wohnungen zurück

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt
Inhaltsverzeichnis
Der Mietmarkt in der Provinz Alicante steht unter Druck. Zwei Berichte der Lokalzeitung TodoAlicante vom Dienstag, 6. Oktober 2026, beschreiben stark gestiegene Mieten, ein schrumpfendes Angebot und Eigentümer, die nach dem Scheitern der Wohnungsdekrete abwarten. Die Berichte sind einige Tage alt. Wir ordnen ein, welche Zahlen belegt sind und wo Fragen offen bleiben.
Mieten fast verdoppelt
Laut TodoAlicante stieg der durchschnittliche Mietpreis in der Provinz Alicante zwischen 2018 und 2026 von 6,4 auf 12,3 Euro pro Quadratmeter und Monat. Das ist ein Plus von 92 Prozent. Die Zeitung nennt für diese Zeitreihe keine Datenquelle. Solche Werte stammen in Spanien meist aus Angebotspreisen von Immobilienportalen, nicht aus abgeschlossenen Verträgen. Die Zahl betrifft die gesamte Provinz, nicht nur die Stadt Alicante.
Gleichzeitig ist das Angebot nach Angaben der Zeitung stark geschrumpft. 2020 seien rund 10.500 Wohnungen zur regulären Miete angeboten worden, 2026 im Schnitt nur noch etwa 3.200. Das wäre ein Rückgang um 66 Prozent. Auch hier fehlt eine Quellenangabe. TodoAlicante führt den Rückgang auf den Wechsel zu Saison- und Ferienvermietung sowie auf Sorgen vor Zahlungsausfällen und Hausbesetzungen zurück. Das ist eine Erklärung der Zeitung, keine gemessene Ursache.
Zu wenig gebaut
Der Bauträgerverband Provia schätzt laut dem Bericht, dass die Provinz jährlich 12.000 bis 15.000 neue Wohnungen bräuchte. Gebaut würden derzeit etwa 7.000 pro Jahr. Die Zeitung schreibt außerdem, die Banco de España rechne für Alicante mit mehr als 45.000 fehlenden Wohnungen im Zeitraum 2020 bis 2026. Einen Originalbericht der Banco de España mit dieser Zahl für die Provinz haben wir nicht gefunden. Wir geben sie deshalb nur als Angabe von TodoAlicante wieder.
Belegt ist dagegen der hohe Anteil ausländischer Käufer. Laut dem Quartalsbericht der Registradores, den TodoAlicante zitiert, gingen in der Provinz 44,65 Prozent der Wohnungskäufe an Ausländer. Das ist der höchste Wert an der spanischen Küste, vor Málaga mit 34,30 Prozent und den Balearen mit 28,89 Prozent.
Eigentümer warten ab
Nach dem Scheitern der Dekrete 26/2026 und 27/2026 im Kongress am 2. Oktober halten offenbar einige Eigentümer ihre Wohnungen zurück. Julián de la Peña, Präsident der Agrupación de Inmobiliarias de Alicante, sagte laut TodoAlicante gegenüber El Español, fast alle Kollegen hätten die Vermarktung ihrer Mietwohnungen gestoppt. Er selbst habe Besichtigungen abgesagt und eine Wohnung aus den Portalen genommen. Manche Eigentümer könnten ihre Wohnung eher verkaufen als vermieten.
Das ist die Sicht eines Branchenvertreters, keine flächendeckende Messung. Wie viele Wohnungen tatsächlich zurückgehalten werden, ist nicht erhoben. Zudem hängt die Entwicklung von vielen Faktoren ab. Die politische Unsicherheit ist ein möglicher Grund, aber nicht der einzige. De la Peña zufolge stammen 60 bis 70 Prozent des Angebots von kleinen und mittleren Eigentümern mit ein oder zwei Wohnungen. Laut Fotocasa sind rund 90 Prozent der Vermieter Privatpersonen.
Was die Rechtslage heute ist
Die Dekrete 26/2026 und 27/2026 gelten nicht. Seit dem 8. Oktober ist ein neues Dekret, das Real Decreto-ley 29/2026, in Kraft. Es muss noch vom Parlament bestätigt werden. Ein zweites neues Dekret zur Verlängerung von Mietverträgen gilt nach bisherigem Stand nicht. Wer in Alicante mietet oder vermietet, sollte bei Vertragsfragen den aktuellen Stand prüfen. Was einen Großvermieter ausmacht, erklärt unser Ratgeber zum gran tenedor. Weitere Nachrichten aus der Region findest du auf der Seite zur Costa Blanca.
Quellen dieses Artikels:
TodoAlicante – „La crisis de la vivienda en Alicante de cara al 29N: el alquiler sube un 92% y acumula un déficit de 45.000 casas desde 2018“
https://www.todoalicante.es/economia/crisis-vivienda-alicante-29n-alquiler-20261006210320-nt.html
TodoAlicante – „Los propietarios frenan viviendas destinadas al alquiler en Alicante: «La mayoría de las operaciones se han paralizado»“
https://www.todoalicante.es/economia/propietarios-frenan-viviendas-destinadas-alquiler-alicante-mayoria-20261006075647-nt.html
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Quelle
TodoAlicante – „La crisis de la vivienda en Alicante de cara al 29N: el alquiler sube un 92% y acumula un déficit de 45.000 casas desde 2018“
https://www.todoalicante.es/economia/crisis-vivienda-alicante-29n-alquiler-20261006210320-nt.htmlTodoAlicante – „Los propietarios frenan viviendas destinadas al alquiler en Alicante: «La mayoría de las operaciones se han paralizado»“
https://www.todoalicante.es/economia/propietarios-frenan-viviendas-destinadas-alquiler-alicante-mayoria-20261006075647-nt.html
Redaktion Spanienleben.de
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Veröffentlicht am 11. Oktober 2026
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