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Aktuelle Nachrichten 10. August 2026

Fast 30 Prozent der Wohnungen in Spanien sind keine Hauptwohnsitze

Laut Wohnungsministerium sind 7,7 Millionen der 27 Millionen Wohnungen in Spanien keine Hauptwohnsitze – 2,9 Millionen Zweitwohnungen, 3,8 Millionen leerstehende Objekte und rund 380.000 Ferienwohnungen.

Fast 30 Prozent der Wohnungen in Spanien sind keine Hauptwohnsitze

Symbolbild – mit künstlicher Intelligenz erstellt

Inhaltsverzeichnis

In Spanien stehen 27 Millionen Wohnungen 19,5 Millionen Haushalten gegenüber – und trotzdem fehlt bezahlbarer Wohnraum. Ein wenig beachteter Bericht des spanischen Wohnungsministeriums zeigt: 28,6 Prozent aller Wohnungen sind keine Hauptwohnsitze. Das sind 7,7 Millionen Einheiten, rechnerisch das Zehnfache des vom Banco de España auf 750.000 Wohnungen bezifferten Defizits.

Die Zahl darf man allerdings nicht wörtlich nehmen: Zweitwohnungen und Leerstand liegen selten dort, wo die Nachfrage am größten ist. Als Hauptwohnsitz gilt die Immobilie, in der jemand das ganze Jahr oder den überwiegenden Teil davon tatsächlich lebt; nachgewiesen wird das über die Anmeldung im Melderegister (empadronamiento).

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Zweitwohnung, Leerstand oder Ferienvermietung

Von den 7,7 Millionen Wohnungen ohne Hauptwohnsitz entfallen nach der Schätzung des Ministeriums rund 2,9 Millionen auf Zweitwohnungen, etwa 3,8 Millionen auf leerstehende Objekte und rund 380.000 auf touristische Ferienwohnungen. Letztere konzentrieren sich stark auf Küstenorte, Bergregionen und die großen Touristenstädte – genau dort, wo der Mietmarkt ohnehin angespannt ist.

Der Wohnungsökonom Pablo Tucat von der Beratung KSNET mahnt zur Vorsicht bei den Leerstandszahlen: Die Berechnung stamme aus der Pandemiezeit und stütze sich unter anderem auf den Stromverbrauch, weshalb der Leerstand in Madrid und Barcelona überschätzt worden sei. Entscheidend sei, wo die leeren Wohnungen liegen: In nachgefragten Städten sei die Mobilisierung dringend, in abgelegenen Urbanisationen oder in der „España vaciada“ deutlich weniger.

Große Unterschiede zwischen den Regionen

Der Anteil der Nicht-Hauptwohnsitze ist im entvölkerten Landesinneren höher als in den Urlaubsregionen. Kastilien und León führt mit rund 43 Prozent, gefolgt von Kastilien-La Mancha, Kantabrien und Galicien mit 37 bis 38 Prozent. Die Region Valencia kommt auf 35 Prozent, Murcia auf 33 Prozent, die Balearen auf 32 Prozent, Andalusien auf 29 Prozent. Deutlich darunter liegen die Kanaren mit 25 Prozent, Katalonien und Navarra mit 22 Prozent, Madrid mit 13 Prozent und das Baskenland mit 10 Prozent.

Im europäischen Vergleich zählt Spanien damit zu den Ländern mit besonders vielen Wohnungen ohne Hauptwohnsitz. Nur Kroatien (40 Prozent), Bulgarien (39 Prozent), Griechenland (35 Prozent) und Portugal (31 Prozent) liegen darüber. Frankreich kommt auf 18 Prozent, Deutschland auf 8 Prozent, die Niederlande auf 4 Prozent.

Bedeutung für deutsche Eigentümer

Wer in Spanien eine Zweitwohnung besitzt, sollte die politische Debatte im Blick behalten. Diskutiert und in einzelnen Gemeinden bereits umgesetzt werden Aufschläge auf die Grundsteuer IBI für dauerhaft leerstehende Wohnungen. Wer seine Immobilie überwiegend leer stehen lässt, sollte deshalb prüfen, wie die Gemeinde den Leerstand bewertet und ob eine zeitweise Vermietung sinnvoll ist – dann sind allerdings die regionalen Regeln für Ferienvermietung samt Registrierungspflicht zu beachten.

Gleichzeitig setzt der staatliche Wohnungsplan mit einem Teil seiner 9.000 Millionen Euro auf Sanierung und die Rückführung bestehender Wohnungen in den bezahlbaren Mietmarkt. Für Eigentümer älterer Objekte können daraus Förderungen für energetische Sanierungen entstehen.

Quelle

elDiario.es – „España tiene casi 8 millones de viviendas no principales, el 30% del total“

https://www.eldiario.es/economia/espana-8-millones-viviendas-no-principales-30-total_1_13371525.html

Redaktion Spanienleben.de

Wir berichten aus Spanien über Auswandern, Alltag, Immobilien und aktuelle Nachrichten – recherchiert anhand offizieller Quellen und spanischer Medien.

Veröffentlicht am 10. August 2026

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